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Migrationsbericht Kaum Flüchtlinge vom Balkan, mehr aus Nordafrika

2015 wurden fast 1,1 Millionen Asylsuchende in Deutschland aufgenommen – so viele wie nie zuvor. Bundesinnenminister Thomas De Maizière (CDU) zeigt sich besorgt über die steigende Zahl der Flüchtlinge aus Algerien und Marokko.

Thomas de Maizière (CDU) stellt den Migrationsbericht vor. Foto: AFP

Eines ist klar: Deutschland ist für Migranten mittlerweile eines der begehrtesten Länder innerhalb der Europäischen Union. „Für 2015 werden wir die höchsten Zuwanderungszahlen seit 1950 verzeichnen“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Migrationsberichts für das Jahr 2014.

Die Zahl der Zuzüge nach Deutschland stieg demnach auf mehr als 1,46 Millionen. So viele waren es zuletzt 1992, also vor mehr als zwei Jahrzehnten. Es wanderten zwar auch mehr Menschen ab – genau: über 900 000. Unterm Strich ergab sich jedoch ein „Wanderungsgewinn“ von rund 550 000 Menschen. Endgültige Zahlen für 2015 liegen noch nicht vor.

Sieht man von dem Gesamtbefund ab, ist das Bild durchaus differenziert. Zuwanderung ist nicht gleich Zuwanderung. Und es gibt aus Sicht der Regierung erwünschte und unerwünschte Migranten.

Die größte Gruppe bilden die Flüchtlinge. 2015 wurden fast 1,1 Millionen Asylsuchende in Deutschland aufgenommen – so viele wie nie zuvor. De Maizière relativierte, es gebe Flüchtlinge, die doppelt registriert worden seien, und andere, die weiterzögen, beispielsweise nach Skandinavien.

Unproblematischer Familiennachzug

Tatsächlich werde die Gesamtzahl deshalb voraussichtlich unter einer Million liegen. Doch auch dann sei sie definitiv zu hoch. Die Zahl der Flüchtlinge müsse darum nachhaltig verringert werden. Im Übrigen müsse sich Deutschland entschlossen der Integration jener Asylsuchenden zuwenden, die eine Bleibeperspektive hätten.

Der Anteil der Balkan-Flüchtlinge ist derweil von 40 auf zwei Prozent zurückgegangen. „Ein besonderer Anlass zur Sorge“ sei zudem, dass die Zahl der Flüchtlinge aus Algerien und Marokko stark wachse. Vergleichsweise unproblematisch sei wiederum der Familiennachzug gewesen. 2014 kamen auf diese Weise 64 000 Menschen ins Land.

Legt man allein die Zahlen des Jahres 2014 zugrunde, als der Flüchtlingsstrom noch wesentlich kleiner war, zogen die meisten Zuwanderer aus anderen EU-Staaten, vorrangig aus Bulgarien, Polen und Rumänien, nach Deutschland.

Das Ziel des Ministers für 2016 ist offensichtlich. Er begrüßt qualifizierte Zuwanderer, sieht aber Zuwanderer, die in Deutschland auf Sozialleistungen spekulieren, ebenso ungern wie anhaltend hohe Flüchtlingszahlen. Ob es der Bundesregierung gelingen wird, Letztere spürbar zu senken, ist die zentrale Frage des neuen Jahres. Das wird allerdings erst im übernächsten Migrationsbericht stehen.

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