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Lageso Senat widerspricht Bericht über toten Flüchtling

Ein syrischer Flüchtling soll trotz hohen Fiebers tagelang vor dem Lageso gewartet haben und in der Nacht gestorben sein. Die Senatsverwaltung betont jedoch: Der Fall habe sich nicht bestätigen lassen.

27.01.2016 10:34
Am Berliner Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) müssen Flüchtlinge oft tagelang anstehen. Foto: Imago/Archiv

Nach Berichten über den Tod eines Flüchtlings in Berlin ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) erneut in die Kritik geraten. Ein 24-Jähriger soll nach Angaben des Bündnisses „Moabit hilft“ in der Nacht zum Mittwoch gestorben sein. Zuvor habe er tagelang vor dem Lageso gewartet.

Die Senatsverwaltung betonte jedoch, der Fall habe sich nicht bestätigen lassen. „Wir haben alle Aufnahme-Krankenhäuser abgefragt“, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales. „Dort gibt es keine Informationen darüber.“ Auch ein Sprecher der Feuerwehr sagte, sämtliche Einsätze des Rettungsdienstes in dem entsprechenden Zeitraum seien geprüft worden – allerdings ohne Ergebnis. Ein Helfer habe den stark fiebernden Mann zunächst zu sich nach Hause geholt, berichtete das Bündnis. Wegen seines schlechten Zustandes sei er dann von einem Krankenwagen abgeholt worden. Er sei aber auf dem Weg in die Klinik gestorben. Der Helfer hatte dazu zunächst Details auf Facebook veröffentlicht, diese später aber wieder gelöscht. Wie das Bündnis „Moabit hilft“ am Mittwoch mitteilte, will er sich zunächst nicht mehr äußern. Das habe er in einer SMS mitgeteilt und darin auch erklärt, sich noch früh genug an die zuständigen Behörden wenden zu wollen. Sein Telefon sei ausgeschaltet, und auch die Tür öffne er nicht. Die Polizei klingelte nach eigenen Angaben ebenfalls vergeblich.

Ein Sprecherin von „Moabit hilft“ betonte, man habe keinen Anlass, an den Angaben des Helfers zu zweifeln. Wenn sich der Fall bewahrheite, müsse „die direkte Konsequenz“ der Rücktritt von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) sein.

Vor dem Lageso hing am Mittwoch eine Trauerbekundung, davor standen zahlreiche Kerzen. „Wir weinen“ war auf dem schwarz umrandeten Zettel unter anderem zu lesen. Auch das Lageso wurde darauf kritisiert.

Die Senatsverwaltung hatte am Vortag mitgeteilt, dass die Situation am Lageso wegen eines hohen Krankenstandes der Mitarbeiter „besonders angespannt“ sei. Zuletzt gab es erhebliche Engpässe bei der Auszahlung von Leistungen an Asylbewerber. Eine Hotline soll künftig unter anderem dafür sorgen, dass Flüchtlinge das ihnen zustehende Geld rechtzeitig bekommen. Sie soll Betroffenen Extratermine zur Auszahlung vermitteln. (dpa)

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