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Hilfsorganisation Oxfam beklagt katastrophale Zustände

In den überfüllten Flüchtlingslagern werden vor allem Schwangere, Kinder und Kranke nicht ausreichend versorgt.

Griechenland
Das Flüchtlingslager Moria - eines von vielen überfüllten Lagern in Griechenland. Foto: afp

Wieder gibt es scharfe Kritik an den Bedingungen, unter denen mehr als 10.000 Geflüchtete in den Auffanglagern auf den griechischen Ägäisinseln leben müssen. Diesmal ist es die Hilfsorganisation Oxfam, die Alarm schlägt. Sie beleuchtet in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht die prekäre Lage besonders schutzbedürftiger Migranten. Dazu gehören schwangere Frauen, Kranke, alte Menschen, Folteropfer und unbegleitete Kinder, die in den Insellagern oft sich selbst überlassen sind.

Nach offiziellen Angaben vom Montag halten sich in den fünf sogenannten Insel-Hotspots, in denen die Geflüchteten die Bearbeitung ihrer Asylanträge abwarten müssen, 14.765 Menschen auf. In vielen Fällen warten die Menschen in den Insellagern über ein Jahr auf ihre Asylbescheide.

Oxfam fordert von den griechischen Behörden, besonders schutzbedürftige Asylbewerber aufs Festland zu bringen, wo sie besser betreut werden können als in den überfüllten Insellagern. „Schwangere Frauen und Mütter mit Neugeborenen müssen hier in Zelten schlafen, unbegleitete Kinder werden fälschlich als Erwachsene behandelt und hier gefangen gehalten“, kritisiert Oxfam. „Von Jahr zu Jahr verschlimmern sich die Lebensbedingungen in den Lagern“, heißt es im Oxfam-Bericht.

Ein Flüchtling berichtet: „Ich bin fast blind auf einem Auge, bin nierenkrank und habe Probleme mit meinem Knie. Der Arzt hat mir ein Attest ausgestellt, wonach ich zur medizinischen Behandlung aufs Festland soll. Das war vor fünf Monaten, aber ich bin immer noch hier.“

Weil die Essensausgabe schlecht organisiert ist, müssen die Menschen im Lager Moria nachts in der Kälte für das Frühstück anstehen. „Wenn du zu spät kommst, etwa um drei Uhr früh, bekommst du nichts mehr“, zitiert Oxfam eine 24-jährige Afghanin, die in Moria lebt.

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