Lade Inhalte...

Flüchtlinge Oxfam wirft EU Versagen vor

Die Hilfsorganisation Oxfam kritisiert den unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen.

Moria
Das Flüchtlingslager Moira auf Lesbos. Foto: Imago

Während sich in Berlin bereits die Konfliktlinien in der Flüchtlingspolitik zwischen den Partnern einer Jamaika-Koalition abzeichnen, hat sich die Lage von Flüchtlingen in den Ländern, die an Europas Außengrenzen liegen, weiter verschlechtert. Die Nichtregierungsorganisation Oxfam wirft der EU Versagen vor, weil es ihr in den vergangenen zwei Jahren nicht gelungen ist, die Lebensbedingungen von Menschen auf der Flucht zu verbessern. Stattdessen konzentriere sie sich darauf, irreguläre Migration zu verhindern und den Grenzschutz an den Außengrenzen zu verstärken.

Oxfam berichtet von schweren Übergriffen gegen Flüchtlinge. Die Organisation stützt sich dabei auf die Aussagen von eigenen Mitarbeitern und von Geflohenen. In Italien, wo Migranten seit vielen Jahren in Auffanglagern schlecht behandelt werden, kommt es gemäß Oxfam immer noch zu Übergriffen und Misshandlungen. Aber auch in den sogenannten Hotspots, den Registrierungslagern auf den griechischen Inseln, bestehe diese Gefahr. „Europa hat sich von den Menschen, die unsere Hilfe und Unterstützung benötigen, abgewandt und untergräbt damit immer weiter die Werte, auf denen die europäische Idee gründet“, kritisiert der Referent für humanitäre Krisen und Konflikte, Markus Nitschke. 

Die elenden Zustände auf den griechischen Inseln prangern auch andere Hilfsorganisationen an. Allein im September kamen auf Lesbos mehr als 2200 Menschen an. So viele waren es auch, ehe die EU das Abkommen mit der Türkei geschlossen hat. Es sieht vor, dass Flüchtlinge erst nach Abschluss ihres Asylverfahrens aufs Festland gebracht werden. Weil dies nur schleppend geschieht, sind die Verhältnisse in den Lagern miserabel. In Moria leben derzeit mehr als 5000 Menschen, Platz gibt es nur für 1800. 

Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) wirft der EU und Griechenland Versagen vor und macht sie für einen „psychosozialen Notstand“ unter den rund 15.000 Asylsuchenden verantwortlich, die allein in den Lagern auf den Inseln festsitzen. Fast alle, die 2016 nach Samos und Lesbos kamen, sind aus Kriegsgebieten in Syrien und im Irak geflohen und schwer traumatisiert. Auf der Flucht sind sie oft Gewalt seitens der Behörden und der Polizei ausgesetzt.

Immer häufiger müssen MSF-Ärzte Menschen behandeln, die sich selbst verletzen oder versuchen, sich das Leben zu nehmen. MSF fordert, alle Asylsuchenden sofort aufs Festland zu bringen, wo sie besser betreut werden könnten.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum