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Flüchtlinge in Libyen „Extreme, menschenunwürdige Bedingungen“

Angela Merkel trifft in Berlin den libyschen Premierminister Fajes al-Sarradsch. Die Bundeskanzlerin kritisiert dabei die Lage der Flüchtlinge in Libyen.

07.12.2017 19:04
Libyscher Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch in Berlin
Angela Merkel mit dem libyschen Ministerpräsidenten Fajis al-Sarradsch in Berlin. Foto: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet von der libyschen Regierung eine Verbesserung der Situation in den Flüchtlingslagern, die unter ihrer Kontrolle stehen. Deutschland unterstütze die Arbeit des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Libyen. Das sagte Merkel nach einem Treffen mit dem libyschen Premierminister Fajes al-Sarradsch am Donnerstag in Berlin.

Die Organisationen müssten Zugang zu den Lagern erhalten, damit Transparenz geschaffen und die Situation verbessert werde. Merkel sprach von „extremen, menschenunwürdigen Bedingungen“, unter denen viele Migranten in Libyen lebten.

Flüchtlinge sitzen in Libyen fest

In Libyen sitzen Hunderttausende Menschen vorwiegend aus afrikanischen Ländern fest. Zuletzt hatten Berichte über den Verkauf von Flüchtlingen in die Sklaverei weltweit Empörung ausgelöst. Helfer und Flüchtlinge berichteten auch von unmenschlichen Zuständen in den Lagern, es gebe Folter, Vergewaltigungen und Morde.

Auf dem EU-Afrika-Gipfel in der vergangenen Woche in Abidjan war vereinbart worden, dass Helfer Zugang zu den Lagern in Libyen erhalten sollen. Zudem sollen Flüchtlinge bei der Rückführung und besonders schutzbedürftige Menschen auf dem Weg in Aufnahmeländer unterstützt werden.

Deutschland hat zusätzliches Geld für die in der Region arbeitende Internationale Organisation für Migration und UN-Helfer zugesagt. Die IOM soll bei der freiwilligen Rückkehr von Flüchtlingen helfen. Die Afrikanische Union (AU) will 15.000 Migranten aus Libyen in ihre Heimatländer zurückbringen.

Der libysche Premier al-Sarradsch betonte, sein Land brauche die internationale Unterstützung. Als Reaktion auf die Berichte über die Ausbeutung von Flüchtlingen sei ein Untersuchungsausschuss gebildet worden, der seinen Bericht in Kürze vorlegen werde, kündigte al-Sarradsch an und verurteilte die unwürdige Behandlung von Migranten. Er verwies darauf, dass neben den Flüchtlingen in den Lagern rund 500.000 Migranten außerhalb der Lager lebten. Libyen sei ein Transitland, es sei die gemeinsame Verantwortung der Staatengemeinschaft, mit den Problemen umzugehen. (epd)

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