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Flüchtlinge 2017: Fast 3000 Tote im Mittelmeer

Allein 2017 sind bislang nach Angaben der IOM mindestens 2925 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken, knapp 5000 Migranten sind insgesamt ums Leben gekommen. Die Dunkelziffer liegt womöglich deutlich höher.

07.11.2017 12:57
Rettungseinsatz im Mittelmeer
Sea-Watch-Mitarbeiter retten am Montag Flüchtlinge aus dem Mittelmeer. Foto: Lisa Hoffmann/Sea-Watch.org/dpa

Im Kalenderjahr 2017 sind laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits 2925 Migranten auf ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Zuletzt sei die Lage besonders dramatisch gewesen, berichtete die Organisation am Dienstag in Genf. In nur vier Tagen seien fast 2600 Menschen vor dem Ertrinken gerettet worden. 34 Flüchtlinge konnten jedoch nur noch tot geborgen werden, 50 gelten derzeit als vermisst. Es sei eine der „härtesten Woche für die Rettungskräfte“ gewesen, so IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo. Im Vorjahr starben bis Anfang November fast 3200 Männer, Frauen und Kinder.

Großteil der Flüchtlinge kommt in Italien an

Bis Anfang November nahmen laut IOM über 154.000 Migranten die gefährliche Überfahrt auf sich. Im Vergleich zum Vorjahr ist das deutlich weniger. 2016 kamen im gleichen Zeitraum über 337.000 Menschen nach Europa. Der Großteil der Flüchtlinge kommt weiterhin in Italien an Land an, ein Viertel verteilt sich auf Griechenland, Zypern und Spanien.

Die meisten Männer, Frauen und Kinder stammen aus Westafrika. 80 Prozent aller Frauen und Mädchen aus Nigeria sind nach einer jüngsten Studie der IOM Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung. Flüchtlinge aus Bangladesch, Eritrea, Ägypten, dem Sudan, Marokko, Syrien und Libyen wurden ebenfalls in der Statistik erfasst.

Insgesamt seien nach Angaben der IOM in diesem Jahr annähernd 5000 Menschen bei der Migration in andere Länder umgekommen. Sie seien ertrunken, verhungert, verdurstet oder gewaltsam gestorben. 

Dunkelziffer toter Migranten vermutlich weitaus höher

Weitere knapp 470 Migranten starben laut IOM in Nordafrika, vor allem in der Sahara. In Afrika südlich der Sahara kamen über 380 Menschen während ihrer Flucht um, während an der Grenze Mexikos zu den USA rund 320 Menschen starben. 2016 wurden den Angaben nach weltweit 7930 Todesfälle von Migranten und Flüchtlingen erfasst. Die Dunkelziffern könnten laut IOM jedoch weitaus höher liegen. (dpa/epd)

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