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Ellwangen AfD tobt wegen verhinderter Abschiebung

2. UpdateIn Ellwangen verhindern rund 200 Migranten die Abschiebung eines 23-Jährigen Togolesen. Die Polizei kommt mangels Einsatzkräften gegen die Protestierenden nicht an. Ein gefundenes Fressen für die AfD.

Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen
Sicherheitsbeamte kontrollieren in der Ellwangener Erstaufnahmeeinrichtung die Taschen von Bewohnern (Archiv). Foto: dpa

Im baden-württembergischen Ellwangen haben rund 200 Migranten die Abschiebung eines 23-jährigen Mannes aus Togo verhindert. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mussten die Polizeibeamten die Aktion am Montagnacht abbrechen, weil die Situation für die drei Streifenwagenbesatzungen zu gefährlich war. Zusätzliche Polizeikräfte konnten auf die Schnelle nicht akquiriert werden, da die Organisation und Anfahrt dafür mehrere Stunden gedauert hätte.

Demnach umringten die Afrikaner die Streifenwagen und bedrängten die Polizisten. Ein Security-Mitarbeiter wurde von den Migranten als Mittelsmann beauftragt, den Beamten ein Ultimatum zu unterbreiten: Die Polizei müsse dem 23 Jahre alten Togolesen binnen zwei Minuten die Handschellen abnehmen, andernfalls würden sie die Pforte stürmen. Er wurde daraufhin von den Handschellen befreit. Der 23-Jährige soll nun untergetaucht sein.

AfD wettert gegen „schwarzafrikanischen Migrantenmob“

Dem baden-württembergischen AfD-Fraktionsvorsitzenden Bernd Gögel zufolge dokumentiere die gescheiterte Abschiebung ein „komplettes Versagen des Rechtsstaates“. Gögel forderte, den „Scheinasylanten“ alle Leistungen zu streichen und die laufenden Asylverfahren abzubrechen. „Alle an der gewaltsamen Gefangenenbefreiung beteiligten Afrikaner gehören sofort kompromisslos abgeschoben und lebenslang an der Wiedereinreise gehindert.“

Die AfD-Fraktion sei wütend und entsetzt, dass das Rechtsstaatssystem „offensichtlich nicht einmal mehr in der Lage ist, durch die Polizei eine behördlich angeordnete Abschiebung durchzuführen, und vor einem schwarzafrikanischen Migrantenmob kapitulieren muss“. Explizit schoss Gögel dann auch gegen die Polizei, „die durch solche Aktionen zur Lachnummer verkommt und Nachahmungstäter regelrecht animiert, mit dem Rechtsstaat Katz und Maus zu spielen.“

Gögels Fuldaer Parteikollegen solidarisierten sich am Montag dagegen noch mit der Polizei, nachdem diese in Fulda einen randalierenden Flüchtling aus Afghanistan erschossen hatte. „Die Polizei bleibt unser Freund“, ließ der AfD-Kreisverband bei einer Kundgebung auf dem Jesuitenmarkt in Fulda verlauten.

Mit der „Kundgebung für die Polizei“ habe der Fuldaer Kreisverband den „Schulterschluss mit denen, die uns schützen und bislang regelmäßig viel zu wenig Wertschätzung erhalten haben“, gesucht. (mit dpa)

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels war als Herkunftstaat des Gefüchteten fälschlich Kongo angegeben. Die Polizei berichtigte die Angabe, der Mann stammt demnach aus Togo.

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