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AfD und Zuwanderung Als Alexander Gauland noch eine großzügige Asylpolitik forderte

Alexander Gauland plädiert für eine Asylpolitik, die der Tatsache einer multikulturellen Gesellschaft Rechnung trägt? Kein verspäteter Aprilscherz, sondern eine Forderung des heutigen AfD-Chefs aus den 90er Jahren.

Alexander Gauland
Alexander Gauland, Parteivorsitzender und Fraktionschef der AfD. Foto: Imago

Ob die AfD ihren Vorsitzenden Alexander Gauland jetzt ausschließt? Eine Asylpolitik mit „Selbstverpflichtung zur Generosität“ hat er 1993 gefordert. Und ein Staatsbürgergesetz, „das der Tatsache einer (…) multikulturellen Gesellschaft Rechnung trägt - in einer Republik, die als offene Gesellschaft das ,völkische' Selbstverständnis hinter sich gelassen hat“.

So steht es in dem Aufruf, erschienen vor 25 Jahren in der FR, den der Linken-Politiker Willi van Ooyen aus seinem Archiv gefischt hat. Nun ja, Gauland wird das als „Jugendsünde“ verteidigen. Er war damals erst 52.    

Die Anzeige, erschienen am 16. Februar 1993, ist  überschrieben mit den Sätzen: „Zu  verteidigen ist die offene und tolerante Gesellschaft. Zu gewinnen ist ein modernes und europafähiges Deutschland. Nötig ist einer pragmatische und humane Einwanderungspolitik.“

Im nachfolgenden Auszug aus der Erklärung heißt es unter anderem: „Eine Asylpolitik (...), die unter dem Druck terroristischer Anschläge betrieben wurde, passt nicht zu einer zivilen Gesellschaft.“

Zu den Unterzeichnern gehören Ignaz Bubis vom Zentralrat der Juden in Deutschland, Daniel Cohn-Bendit, damals Frankfurter Stadtrat der Grünen, Joschka Fischer, seinerzeit Umweltminister in Hessen, der Showmaster Heinz Schenk, die Frankfurter Theaterschauspielerin Liesel Christ, der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki - und, neben vielen weiteren, auch Alexander Gauland, damals Geschäftsführer der „Märkischen Allgemeine“.

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