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Finnland Kiviniemi wird neue Regierungschefin

Die Zentrums-Politikerin Mari Kiviniemi wird die neue Ministerpräsidentin von Finnland. Die 41-jährige gewann eine Kampfabstimmung um den Vorsitz ihrer Partei gegen drei männliche Konkurrenten.

13.06.2010 15:06
Mari Kiviniemi wird am 22. Juni zur neuen Ministerpräsidentin Finnland ernannt. Foto: dpa

Helsinki/Lahti. Die Zentrums-Politikerin Mari Kiviniemi wird Ministerpräsidentin von Finnland und löst in gut einer Woche ihren amtsmüden Parteikollegen Matti Vanhanen ab.

Ein halbes Jahr nach Vanhanens Rücktrittsankündigung gewann die 41-jährige Kommunalministerin am Samstag in Lahti eine Kampfabstimmung um den Vorsitz ihrer Partei gegen drei männliche Konkurrenten. Damit steht fest, dass sie am 22. Juni im Reichstag als zweite Frau in der finnischen Geschichte an die Spitze der Regierung gewählt wird.

Vanhanen (54) hatte seinen Rücktritt als Parteichef und in der Folge auch als Ministerpräsident im letzten Dezember angekündigt. Er begründete dies zunächst mit Problemen wegen einer Knieoperation, deutete dann kurz vor dem Parteitag des Zentrums an, dass "auch andere Gründe" eine Rolle gespielt hätten. Vanhanens Partei und dem seit 2003 amtierenden Regierungschef wird die Entgegennahme illegaler Wahlkampfspenden vorgeworfen. Das Zentrum liegt in Umfragen mit 18 Prozent weit unter ihrem Wahlergebnis von 25,5 Prozent im Jahr 2007.

Kiviniemi setzte sich in einer Stichwahl als neue Parteichefin mit 1357 zu 1035 Stimmen gegen Wirtschaftsminister Mauri Pekkarinen durch. In der ersten Runde waren bereits Außenhandelsminister Paavo Väyrynen und der Reichstagsabgeordnete Timo Kaunisto weit abgeschlagen ausgeschieden.

Das Zentrum als größte finnische Partei regiert in Helsinki in einer "Regenbogen-Koalition" zusammen mit Konservativen, Grünen und der liberalen SFP (Partei der schwedischsprachigen Minderheit in Finnland). Der Wechsel an der Regierungsspitze ist für den 22. Juni geplant. Erste Frau an der Spitze einer finnischen Regierung war Vanhanens Vorgängerin und Parteikollegin Anneli Jäätteenmäki. Sie musste nach drei Monaten wegen des Vorwurfs unsauberer Wahlkampfpraktiken zurücktreten. (dpa)

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