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Festakt zum Reformationsjubiläum Luthers Thesen als Befreiung für die Welt

Mit einem Festgottesdienst in der Wittenberger Schlosskirche und einem anschließenden Staatsakt haben die Feiern zum Reformationsjubiläum am Dienstag ihren Abschluss gefunden.

31.10.2017 19:04
Festakt
Bundeskanzlerin Merkel spricht am Reformationstag beim Festakt in der Lutherstadt Wittenberg. Foto: Hendrik Schmidt (dpa-Zentralbild)

Mit einem Festgottesdienst in der Wittenberger Schlosskirche und einem anschließenden Staatsakt haben die Feiern zum Reformationsjubiläum am Dienstag ihren Abschluss gefunden. Bundesweit erinnerten die Protestanten mit zahlreichen Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen an den 500. Jahrestag des Beginns der Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen zum Ablass veröffentlicht, die zum Auslöser der Reformation wurden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte in ihrer Festansprache im Stadthaus Wittenberg die Vielzahl und Vielfalt der Veranstaltungen im Reformationsgedenkjahr als beeindruckend. Die Beteiligung der Bundesregierung daran sei Ausdruck ihres Bemühens, ein reiches religiöses Leben in Deutschland zu ermöglichen. Aus der Reformation, die zunächst eine religiöse Erneuerungsbewegung gewesen sei, habe sich ein Verständnis vom Menschen entwickelt, das die Neuzeit entscheidend prägen sollte und auf dem im Grunde jede demokratische Ordnung aufbaue, betonte Merkel. Dieses geistesgeschichtliche Erbe gelte es wachzuhalten. Ausdrücklich hob die Kanzlerin den Einsatz für Religionsfreiheit als gemeinsame Aufgabe von Staat und Kirchen hervor.

Ungarischer Staatspräsident ist Gastredner

An der Feier nahmen auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Vertreter der obersten Staatsorgane sowie Staatsgäste teil, darunter der ungarische Staatspräsident Janos Ader. Unter den Gästen aus den Kirchen waren neben zahlreichen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auch der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic.

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, würdigte in seiner Predigt den Beginn der Reformation als einen „Akt der Befreiung“. Der legendäre Thesenanschlag durch Martin Luther sei eine Befreiung für diesen persönlich, für die Kirche und für die Welt gewesen.

Bedford-Strohm dankte Kardinal Marx für Mut und Geschwisterlichkeit im Reformationsjahr. Weiter sagte er: „Und ich rufe am 500. Jahrestag der Reformation von Wittenberg aus dem Papst in Rom zu: Lieber Papst Franziskus, Bruder in Christus, wir danken Gott von Herzen für dein Zeugnis der Liebe und Barmherzigkeit, das auch für uns Protestanten ein Zeugnis für Christus ist.“

Am Ende des Gottesdienstes überreichten Bedford-Strohm und Marx gemeinsam ein Kreuz, wie es im Buß- und Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim am 11. März symbolisch aufgerichtet wurde, an den Bundespräsidenten. „Wir versprechen Ihnen und allen Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes, dass wir Zeugen der Hoffnung sein werden“, sagte der Münchner Kardinal. Er hob zugleich hervor, dass die Kirche „älter und größer als die Zerstrittenheit der Konfessionen“ sei. (kna)

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