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FDP-Chef Christian Lindner 360-Grad-Liberalismus

FDP-Parteichef Christian Lindner beschreibt in seinem Buch „Schattenjahre“ Abstieg und Neuausrichtung der FDP.

Christian Lindner
Christian Lindner präsentiert sein Buch „Schattenjahre“. Wichtig: Den Social-Media-Auftritt inszenieren. Foto: rtr

Bevor die Sondierungsrunde mit den Grünen losgeht, widmet sich FDP-Parteichef Christian Lindner am Donnerstag für eine Stunde einem anderen Projekt. Sein Buch„Schattenjahre“ indem er den Wiederaufstieg des politischen Liberalismus auf knapp 340 Seiten beschreibt. Keine Angst, sagt er bei der Vorstellung in Berlin, er sei trotzdem inhaltlich gut auf die Sondierungsgespräche vorbereitet. Und doch ist es sicher kein Zufall, dass er dieses Buch kurz vor dem Gespräch mit den Grünen präsentiert. Gerade, weil er sich darin ausführlich mit ihnen beschäftigt.

Dass sich die FDP intensiv mit ihrem eigenen Abstieg auseinander gesetzt hat, das haben Lindner und seiner Parteifreunde schon im Wahlkampf deutlich gemacht. „Perfektionismus wäre übermenschlich. Aber man sollte Fehler nicht zweimal machen“, sagt Lindner. Die alte FDP habe ihren Prioritäten im Auftreten und im Lebensgefühl nicht entsprochen, habe sich nachteilig auf einzelne Fragen reduziert und die Agenda im Regierungshandeln nicht mitvertreten.

Das soll jetzt anders werden: 360-Grad-Liberalismus verordnet Lindner der Partei in seinem Buch. Auch die politischen Gegner gelte es zu respektieren und lösungsorientiert zu arbeiten. „Momentan glaube ich, dass die FDP auf die Grünen entspannter schaut, als das in der Gegenrichtung der Fall ist“, schreibt Lindner. „Bei den Grünen beobachte ich eine moralische Überheblichkeit. Daher meint man dort mitunter, das Recht zu besitzen, anderen zu sagen, wie sie zu leben haben.“ Gegen die soziale Gerechtigkeit und die Schonung natürlicher Lebensgrundlagen sei sicher nichts einzuwenden – aber die Instrumente dafür müssten diskutiert werden.

„Ob wir in Koalitionsverhandlungen kommen, ist völlig offen“, sagt Lindner. Zumindest, soviel lässt er durchblicken, sei Wolfgang Kubicki exzellent geeignet für das Amt des Bundestagsvize. Und für den Posten des Finanzministers? „Wenn unser Land an anderer Stelle solche Talente braucht, darf er sich nicht verweigern.“

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