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Fall Khashoggi CIA hält Kronprinz für Auftraggeber des Khashoggi-Mords

2. UpdateDas Drama um die Tötung des Journalisten Khashoggi geht weiter. Die CIA soll den saudischen Kronprinzen dafür verantwortlich machen. US-Präsident Donald Trump sagt, er sei von der CIA noch nicht informiert worden.

17.11.2018 07:42
Salman
Die CIA glaubt, dass Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman Dschamal Khashoggis Ermordung angeordnet hat. Foto: afp

Die CIA geht Medienberichten zufolge davon aus, dass Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman die Ermordung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet hat. US-Präsident Donald Trump ist nach eigenen Angaben noch nicht vom Auslandsgeheimdienst CIA über dessen Einschätzung zur Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi unterrichtet worden.

Trump sagte am Samstagmorgen (Ortszeit) vor seinem Abflug nach Kalifornien, er werde noch am selben Tag über die Erkenntnisse informiert werden. Bislang sei ihm gesagt worden, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman keine Rolle bei der Tötung gespielt habe. Seine Sprecherin Sarah Sanders sagte später, Trump habe während des Flugs mit CIA-Chefin Gina Haspel und Außenminister Mike Pompeo telefoniert.

Auf die Frage, ob es Konsequenzen haben werde, sollte Mohammed bin Salman verantwortlich sein, hatte Trump gesagt, er werde sich das anschauen. Der Republikaner bezeichnete Saudi-Arabien sogleich als „großartigen Verbündeten und pries die wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Königreich. „Sie sind ein wirklich spektakulärer Verbündeter, was Jobs und die wirtschaftliche Entwicklung angeht. Als Präsident müsse er „viele Dinge berücksichtigen, fügte Trump hinzu.

Die „Washington Post“ berichtete am Freitag (Ortszeit), der US-Geheimdienst stütze sich bei seiner Einschätzung unter anderem auf ein Telefonat von Khashoggi mit dem saudiarabischen Botschafter in den USA, einem Bruder des Kronprinzen. Laut „New York Times“ hat die CIA allerdings keinen eindeutigen Beweis für ihre These.

Laut „Washington Post“ kam die CIA nach Auswertung mehrerer Quellen zu dem Schluss, dass 15 saudiarabische Agenten in einer Regierungsmaschine nach Istanbul geflogen waren und Kashoggi dort im Konsulat ihres Landes töteten. Zuvor habe der saudiarabische Botschafter in den USA, Kronprinz Mohammeds Bruder Chalid bin Salman, Khashoggi zugesichert, dass keine Gefahr bestehe, wenn er in dem Istanbuler Konsulat Papiere für seine Hochzeit besorge.

Bruder des Kronprinzen weist Bericht zurück

Chalid bin Salman wies den Bericht der „Washington Post“ über sein Telefonat mit Khashoggi zurück. „Das ist eine schwere Anschuldigung, die nicht anonymen Quellen überlassen werden sollte“, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter und fügte eine Erklärung seiner Botschaft bei. Ein Botschaftssprecher versicherte darin, Chalid bin Salman habe „niemals irgendein Telefonat“ mit Khashoggi geführt.

Laut „Washington Post“ tätigte der Botschafter den Anruf auf Bitten des Kronprinzen. Unklar sei aber, ob der Diplomat über die Mordpläne informiert gewesen sei. Die CIA wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht zu dem Bericht der „Washington Post“ äußern.

Die „New York Times“ schrieb, die CIA-Anschuldigungen gegen Prinz Mohammed gründeten sich auch auf Telefonate des Einsatzteams, das Khashoggi tötete, mit hochrangigen Mitarbeitern des Kronprinzen. Aus den Mitschnitten geht demnach zwar hervor, dass Prinz Mohammed Khashoggi zurück nach Saudi-Arabien habe locken wollen. Er habe darin aber nicht die Forderung geäußert, den Regierungskritiker zu töten.

Khashoggi, der zuletzt als Kolumnist für die „Washington Post“ gearbeitet hatte, war am 2. Oktober verschwunden, nachdem er Saudi-Arabiens Konsulat in Istanbul betreten hatte. Nach wochenlangen Dementis hatte Saudi-Arabien unter internationalem Druck schließlich zugegeben, dass Khashoggi in dem Konsulat zu Tode kam, dies jedoch zunächst als Folge eines Streits dargestellt. Erst später gab Riad indirekt zu, dass Khashoggi „vorsätzlich“ getötet wurde.

Staatsanwaltschaft von Riad spricht Kronprinz Salman frei

In der CIA-Bewertung heißt es dazu laut „Washington Post“, Kronprinz Mohammed sei der „De-facto-Herrscher“ in Saudi-Arabien. Es sei daher eine allgemein anerkannte Einschätzung zum Khashoggi-Mord, „dass es keine Möglichkeit gab, dass dies ohne sein Wissen oder seine Beteiligung geschah“, zitierte die Zeitung einen US-Vertreter. Prinz Mohammed sei zwar ein „guter Technokrat“, zugleich aber ein unberechenbarer Herrscher.

Noch am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft von Riad den Kronprinzen von dem international vielfach vorgebrachten Verdacht freigesprochen, die Ermordung angeordnet zu haben. Ein Sprecher der Behörde erklärte, der „Leiter des Verhandlungsteams“, das für den Einsatz nach Istanbul geflogen war, habe den Befehl zur Tötung Khashoggis erteilt.

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