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Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Russland muss „Pussy Riot“ Entschädigung zahlen

Wegen Menschenrechtsverletzungen muss Russland den Mitgliedern von „Pussy Riot“ eine Entschädigung zahlen.

17.07.2018 12:44
Pussy Riot
Die Aktivistinnen von Pussy Riot sind für ihr Sturmhauben-Outfit bekannt. Foto: afp

Russland ist wegen der Verletzung der Menschenrechte von Mitgliedern von „Pussy Riot“ verurteilt worden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) entschied am Dienstag in Straßburg im Fall der Aktivistinnen Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Aljochina und Jekaterina Samuzewitsch, dass der russische Staat das Verbot der Misshandlung, das Recht auf Freiheit, das Recht auf ein faires Verfahren und die Meinungsfreiheit missachtet habe. (AZ: 38004/12)

Tolokonnikowa und Aljochina sollen dem Urteil zufolge je 16.000 Euro und Samuzewitsch 5.000 Euro Entschädigung erhalten. Außerdem verfügte das Gericht die Erstattung von Auslagen in Höhe von knapp 12.000 Euro. In dem Verfahren vor Europas höchstem Menschenrechtsgericht ging es um den Umgang des Staates mit den Aktivistinnen nach ihrem „Punkgebet“ Anfang 2012 in der russisch-orthodoxen Hauptkirche in Moskau.

Dress mit Sturmhauben

Tolokonnikowa, Aljochina und Samuzewitsch hatten mit dem Auftritt unter anderem gegen Wladimir Putin demonstriert, der damals für das Präsidentenamt kandidierte. Die feministischen Aktivistinnen trugen den für die Gruppe typischen Dress mit Sturmhauben in bunten Farben über den Gesichtern. Sie wedelten sie in der Kirche mit den Armen und traten mit den Füßen in der Luft herum. Im August desselben Jahres wurden sie wegen Rowdytums aus religiösem Hass zu je zwei Jahren Zwangslager verurteilt.

Tolokonnikowa und Aljochina wurden im Dezember 2013 entlassen. Sie kamen im Zuge einer vom Parlament beschlossenen Amnestie rund drei Monate vor dem regulären Ablauf ihrer Strafe frei. Samuzewitsch war im Oktober 2012 in einem Berufungsverfahren überraschend auf Bewährung freigekommen.

Aljochina und Tolokonnikowa widmeten sich nach der Freilassung weiter den Menschenrechten und warben beispielsweise auf der Berlinale für politische Freiheit in Russland. Die Gruppe „Pussy Riot“ ist einem gleichnamigen Twitter-Account und Medien-Berichten zufolge weiter aktiv. Zuletzt waren es demnach Mitglieder der Gruppe, die als Flitzer mitten im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft am Sonntag in Moskau über das Spielfeld rannten. (epd)

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