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Euro-Krise Millionen wandern zu

Die Schuldenkrise in der EU führt zu einer Einwanderungswelle nach Deutschland, wie sie das Land seit 20 Jahren nicht erlebt hat. Bis zum Jahr 2017, so sagen Prognosen, werden 2,2 Millionen Menschen zuwandern. Die Wirtschaft freut's.

Mit einer vergleichsweise niedrigen Arbeitslosenquote gewinnt Deutschland wieder an Attraktivität bei Zuwanderern - vor allem, wenn sie aus dem schuldengeplagten südeuropäischen Ländern kommen. Foto: dpa

Bis zum Jahr 2017 wird die Bevölkerung Prognosen zufolge um insgesamt 2,2 Millionen Menschen aus dem Ausland anwachsen. Die Zahl der Zuwanderer erreicht im Jahr 2014 ihren Höhepunkt, wenn 506.000 mehr Menschen ein- als auswandern, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut Kiel Economics berechnet hat.

„Zuletzt hatten wir eine vergleichsweise starke Zuwanderung in den Jahren 1990 und 1991“, sagte Carsten-Patrick Meier von Kiel Economics dieser Zeitung. „Damals kamen pro Jahr 600.000 bis 700.000 Menschen nach Deutschland, zwischen 1988 und 1997 stieg die Bevölkerung um acht Prozent.“ Von einem so hohen Zuwachs gehen die Forscher in den nächsten Jahren allerdings nicht aus.

35 Prozent Einwanderer mehr

Hintergrund für die wachsende Attraktivität Deutschlands ist die immer noch sehr niedrige Arbeitslosigkeit und die Krise in den südeuropäischen Ländern wie Griechenland, Spanien, Italien oder Portugal. Während hierzulande im November 6,5 Prozent der Erwerbstätigen als arbeitslos gemeldet waren, steckt zum Beispiel Spanien tief in der Rezession und hat eine Arbeitslosenquote von 25 Prozent.

Die Forscher gehen deshalb bereits für dieses Jahr von einem Zuwachs der Bevölkerung um knapp 390.000 Menschen aus. Endgültige Zahlen liegen noch nicht vor. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen bereits im ersten Halbjahr 35 Prozent mehr Menschen nach Deutschland als im selben Zeitraum 2011.

Für die Wirtschaft bedeutet die Einwanderung vor allem wichtige Arbeitskräfte. Meier macht aber auch auf eine andere Folge aufmerksam: „Der jetzige Lohn- und Preisauftrieb aufgrund der leer gefegten Arbeitsmärkte wird etwas abgemildert.“

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