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Essener Tafel „Schweinerei, unsere Leute so zu diffamieren“

Nach Kritik und Anfeindungen gegen die Essener Tafel droht deren Chef Jörg Sartor mit Rücktritt. „Ich bin kurz davor hinzuschmeißen“, sage der Vorsitzende des Tafelvereins.

26.02.2018 10:30
Tafel_Essen
Bedürftigte warten vor der Essener Tafel auf die Ausgabe von Lebensmittel. Foto: epd-bild/Thomas Berend

Es sei eine „Schweinerei, unsere Leute so zu diffamieren“. Die Ankündigung der Tafel, bis auf Weiteres nur noch Bedürftige mit deutschem Pass als neue Kunden aufzunehmen, hatte Ende vergangener Woche empörte Reaktionen ausgelöst.

Unter anderem hatte Bundessozialministerin Katarina Barley (SPD) erklärt, eine Gruppe von Menschen pauschal auszuschließen, fördere Vorurteile und Ausgrenzung. In der Nacht zum Sonntag beschmierten Unbekannte mehrere Fahrzeuge der Tafel mit den Worten „Nazis“ und „Fuck Nazis“.

Distanzierung von Populisten

„Jetzt haut ein Haufen Politiker auf uns ein, ohne sich zu informieren“, beklagte Sartor. „Die sollen sich mal herbewegen und vor Ort mitarbeiten - danach können sie sich gerne äußern.“ Zugleich betonte er, dass er sich vom Zuspruch populistischer Politiker distanziere: „Ich lasse mich vor keinen Karren spannen, weder von linken Politikern, noch von rechten“, betonte er.

Die umstrittene Entscheidung hatte der Vorstand der Tafel damit begründet, dass der Anteil der Migranten unter den 6.000 Menschen, die regelmäßig Lebensmittel erhielten, auf 75 Prozent gestiegen sei. Ältere Menschen und Alleinerziehende würden auf diese Weise schleichend verdrängt. Die Tafel wolle den Aufnahmestopp wieder aufheben, wenn das Verhältnis ausgeglichener sei. (epd)

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