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Ermittlungen in Washington Trumps Ex-Wahlkampfmanager Manafort kooperiert mit Justiz

Die Bereitschaft Paul Manaforts, mit der Justiz zusammenzuarbeiten, dürfte im Weißen Haus Unruhe stiften. Donald Trump ließ schnell verbreiten, sein früherer Wahlkampfchef habe mit ihm nichts zu tun.

Paul Manafort
Paul Manafort, der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Trump, verlässt im Oktober 2017 den Federal District Court. Foto: Alex Brandon/AP

Der Angeklagte sieht erschöpft aus. Die im Juni angeordnete Untersuchungshaft macht dem früheren Lebemann sichtbar zu schaffen. Vor dem Bundesgericht des Districts of Columbia (Fr) erschien Manafort nicht in Gefängniskleidung, sondern in feinem dunklen Tuch mit violetter Krawatte. Was darauf hindeutet, dass es zu einer Einigung mit Sonderermittler  Mueller gekommen war.

Ob er wisse, worauf er sich einlasse, will Richterin Amy Berman Jackson von Manfort wissen? „Das tue ich“, antwortet der Mann knapp, der als früherer Lobbyist und Berater des russlandnahen Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, mehr als 60 Millionen Dollar aus dunklen Kanälen kassiert hatte.

Allen voran verliert Manafort das Recht auf einen zweiten Prozess, in dem Mueller die sieben Anklagepunkte vor einer Jury hätte beweisen müssen. Stattdessen einigte er sich mit den Staatsanwälten darauf, alle bis auf zwei Klagepunkte fallen zu lassen. Schuldig bekennt er sich zur Verschwörung, die Vereinigten Staaten zu betrügen und Verschwörung, die Justiz zu behindern.

Analysten machen darauf aufmerksam, dass es sich dabei um die beiden Hauptstränge der Ermittlungen Muellers in der Russlandaffäre handelt.

Welche Informationen Manafort im Gegenzug an Mueller preisgibt, blieb unklar. Sie dürften substantiell sein, weil der ehemalige Wahlkampfmanager Trump bis zu den Schuldsprüchen in dem ersten Prozess in Virginia noch darauf bestanden hatte, keinesfalls mit Mueller zu kooperieren.

Der Zweckoptimismus des Weißen Haus

Staatsanwalt Andrew Weissmann sagte, Manafort habe bereits Informationen übergeben und sei zur umfassenden Kooperation bereit. Außerdem tritt er den Anklägern vier Immobilien und vier Sparkonten und eine Lebensversicherung in einem Gesamtwert von rund 46 Millionen US-Dollar ab.

Die Sprecherin des Präsidenten, Sarah Sanders, erklärte, die Einigung mit dem Sonderermittler, „hat absolut nichts mit dem Präsidenten oder seines siegreichen Wahlkampfs 2016 zu tun“. Das behauptet auch der Rechtsberater des Präsidenten, Rudy Giuliani.  „Der Grund? Der Präsident hat nichts falsch gemacht.“

Der Zweckoptimismus des Weißen Haus widerspricht der Rolle, die Manafort in der entscheidenden Phase des Wahlkampfs, im Sommer 2016, gespielt hat.

Der Wahlkampfmanager nahm an dem denkwürdigen Treffen mit Emissären der russischen Regierung im Trump-Tower teil, bei dem diese versprochen hatten, „Schmutz gegen Hillary Clinton“ zu besorgen. Außerdem soll Manafort einem russischen Geldgeber persönliche Briefings angeboten haben.

Manafort ist neben dem ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn und Trumps langjähriger Hausanwalt Michael Cohen die dritte Führungsperson im unmittelbaren Umfeld Trumps, die mit der Staatsanwaltschaft kooperiert. Er bleibt bis auf weiteres in Haft.     

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