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Ermittler untersuchen Ofen nach Brandkatastrophe

Nach dem verheerenden Brand in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald setzen die Ermittler nun auf die Detailarbeit. ...

28.11.2012 12:25
Ein Polizist filmt in Titisee-Neustadt den Treppenaufgang der Behindertenwerkstatt. Foto: Felix Kästle

Titisee-Neustadt/Freiburg. Nach dem verheerenden Brand in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald setzen die Ermittler nun auf die Detailarbeit. Untersucht wird vor allem ein Gasofen.

Die Behörden hatten erklärt, dass der mit einer Gasflasche betriebene Ofen die Explosion in Titisee-Neustadt und das Feuer verursacht habe. Die Hintergründe der Tragödie sind noch nicht klar. «Die 60-köpfige Sonderkommission leistet jetzt die Kleinarbeit», sagte ein Sprecher der Freiburger Polizei am Mittwoch. Weitere Erkenntnisse gebe es derzeit nicht.

Bislang ist nicht bekannt, ob ein technischer Defekt oder menschliches Versagen das Unglück ausgelöst hat. Es muss ebenfalls geklärt werden, warum der Ofen in der Werkstatt stand. Bei dem Brand waren am Montag 13 Menschen mit Behinderungen und eine Betreuerin getötet worden, 14 weitere Menschen wurden verletzt.

Die «Bild»-Zeitung berichtete am Mittwoch, die bei dem Unglück getötete 50 Jahre alte Betreuerin sei bereits in Sicherheit gewesen - dann aber in das Gebäude zurückgekehrt, um Menschen zu retten. Die Polizei wollte das nicht kommentieren. Auch dies sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte der Sprecher. Man wolle vorerst nicht mit weiteren Details an die Öffentlichkeit gehen. Die Ermittler sollten in Ruhe ihre Arbeit machen können.

Aus dem in der Werkstatt aufgestellten Ofen samt Gasflasche war nach bisherigen Erkenntnissen unkontrolliert über längere Zeit Gas ausgeströmt. «Die hohe Konzentration von Propangas in dem Raum würde auch die Explosion sowie das rasante Ausbreiten von Feuer und Rauch erklären», sagte Kreisbrandmeister Alexander Widmaier. In einem solchen Fall hätte auch eine Sprinkleranlage nicht geholfen, sagte er. Auch Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) sagte dem Südwestrundfunk, er glaube nicht, dass Sprinkleranlagen das Ausmaß der Tragödie hätten verringern können.

Auf einem nach dem Unglück eingerichteten Trauerportal im Internet sind schon mehr als 100 Beileidsbekundungen eingegangen. Für diesen Samstag ist ein Trauergottesdienst im Münster von Titisee-Neustadt geplant. Der ökumenische Gottesdienst soll gemeinsam geleitet werden vom katholischen Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch und dem evangelischen badischen Landesbischof Ulrich Fischer.

Die Stadt Titisee-Neustadt hat inzwischen Spendenkonten für die Behindertenwerkstatt eingerichtet. Die Kommune kündigte an, sie werde «sich ebenfalls in angemessener Art und Weise beteiligen und engagieren». (dpa)

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