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Entdecker der Plagiate Kritische Justiz

Andreas Fischer-Lescano, Professor für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht, Rechtstheorie und Rechtspolitik in Bremen. hat die Plagiate in Guttenbergs Doktorarbeit entdeckt und akribisch herausgearbeitet.

Andreas Fischer-Lescano, Professor für Öffentliches Recht in Bremen, hat sich seinen Doktortitel redlich verdient. Foto: dapd

Andreas Fischer-Lescano ist Jurist, er hat promoviert und auf seine Dissertation die Höchstnote „summa cum laude“ bekommen. Er hat seine Arbeit sogar im selben Wissenschaftsverlag veröffentlicht wie Karl-Theodor zu Guttenberg – aber damit enden die Gemeinsamkeiten schon.

Einen der wichtigsten Unterschiede hat Fischer-Lescano gerade öffentlich und mit für den heutigen Bundesverteidigungsminister eventuell gravierenden Konsequenzen herausgearbeitet. Demnach hat sich zu Guttenberg in seiner Doktorarbeit weniger als Wissenschaftler denn als Plagiator bewährt. Wie es sich für einen ordentlichen Wissenschaftler gehört, hat Fischer-Lescano, mit 38 Jahren nur ein Jahr jünger als sein Kontrahent, den Vorwurf akribisch untermauert.

Andreas Fischer-Lescano, seit 2008 Professor für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht, Rechtstheorie und Rechtspolitik in Bremen, ist nicht nur ein ordentlicher, sondern ein exzellenter Wissenschaftler. Das wird ihm nicht allein von seinem eigenen, dem linksliberalen und linken Milieu bescheinigt, sondern auch von konservativen Zunftkollegen. Dass er ein Linker ist, wird er nicht bestreiten, dass er vor allem Wissenschaftler ist, bestreitet niemand, der seine intellektuell hochinteressanten, stets präzisen Veröffentlichungen – insbesondere zu Fragen der Menschenrechte – gelesen hat.

Fischer-Lescano hat (unter anderem) in Frankfurt am Main studiert, promoviert und als Mitarbeiter des linksliberalen Staatsrechtlers Michael Bothe seine Laufbahn begonnen. Und Frankfurt ist auch der Ort, an dem 1968 die Kritische Justiz gegründet wurde, eine Vierteljahres-Zeitschrift, der die Tageszeitung (taz) bescheinigte, sie sei heute „ein Relikt der 68er-Bewegung, das sich generationenübergreifend zu erneuern verstand“.

Das erneuerte Relikt geben inzwischen Fischer-Lescano und die Potsdamer Professorin Eva Kocher heraus. Zwar kommt die Auflage kaum über 1800 Exemplare hinaus, aber an Bedeutung weit über das linke Milieu hinaus hat die Zeitschrift in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugelegt. Die dürfte nach der Veröffentlichung der verheerenden Rezension Fischer-Lescanos über zu Guttenbergs Dissertation noch einmal beträchtlich steigen. Den Professor wird es freuen.

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