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Elfenbeinküste Soldaten nehmen Gbagbo fest

Der gewählte Präsident Ouattara entscheidet den Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste endgültig für sich. Mit Hilfe von französischen Soldaten nehmen seine Truppen den abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo in dessen Residenz fest.

Auf den Straßen in Abidjan jubeln Menschen über die Festnahme von Laurent Gbagbo. Foto: dapd

Der gewählte Präsident Ouattara entscheidet den Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste endgültig für sich. Mit Hilfe von französischen Soldaten nehmen seine Truppen den abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo in dessen Residenz fest.

Einheiten der „Republikanischen Kräfte“ sind am Montag in die Residenz des Ex-Präsidenten Laurent Gbagbo vorgedrungen und haben den 65-Jährigen gefangen genommen. Soldaten von Alassane Ouattara, den die internationale Gemeinschaft als Präsident der westafrikanischen Elfenbeinküste anerkannte, brachten Gbagbo mit seiner Frau Simone und seinem Sohn in das „Hotel du Golf“.

Dort residieren seit über vier Monaten Ouattara und seine Schattenregierung unter dem Schutz von UN-Truppen. Die Angaben wurden von Frankreichs Botschafter in der Elfenbeinküste bestätigt. Gbagbo, der sich seit den Wahlen im November weigerte, seinen Amtssitz zu räumen, und dem schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, soll vor Gericht gestellt werden, hieß es in Abidjan.

Zuvor hatte ein Sprecher Gbagbos in Paris bekanntgegeben, Einheiten der 1600-köpfigen französischen Schutztruppe Licorne (Einhorn) hätten den Ex-Präsidenten gefangen genommen und anschließend den Republikanischen Kräften übergeben. Das wurde von der französischen Regierung jedoch dementiert.

Französische Soldaten seien in einem Konvoi von rund 30 gepanzerten Fahrzeugen vorgefahren, wurde berichtet. Die Operation sei nötig gewesen, um „ein Blutbad zu verhindern“, sagte ein Sprecher der französischen Streitkräfte in Paris.

Weiteren Berichten aus der ivorischen Metropole zufolge hatten Anhänger Gbagbos versucht, den Konvoi der französischen Soldaten aufzuhalten, in dem sie sich auf die Straßen setzten. Nachdem Warnschüsse abgegeben wurden, seien die Demonstranten jedoch geflohen. Soldaten, die Gbagbo bislang noch loyal waren, hätten am Montagnachmittag die Waffen niedergelegt und sich den französischen Truppen ergeben, teilte Reuters mit.

Schon seit Sonntagmittag hatten französische Helikopter und unter dem Befehl der UN operierende ukrainische Mi-24-Kampfhubschrauber Stellungen und schweres militärisches Gerät der Gbagbo loyalen Truppen in Cocody und dem benachbarten Stadtteil Plateau bombardiert. Auch die Residenz des Ex-Präsidenten sei dabei angegriffen und teilweise beschädigt worden, hieß es.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon teilte mit, dass er den Befehl für den Angriff gegeben habe: Auf diese Weise sollten die Waffen ausgeschaltet werden, mit denen auch Zivilisten angegriffen würden, sagte Ban am Sonntag in New York. Dem UN-Angriff waren mehrere Attacken der Gbagbo-Truppen während des Wochenendes vorangegangen. So war das Hotel du Golf am Samstag mit Mörsern beschossen worden. Auch das Hauptquartier der UN-Mission in Abidjan soll wiederholt unter Beschuss genommen worden sein.

Nach Angaben der ivorischen Wahlkommission hatte Ouattara bei den Wahlen im November mehr als 54 Prozent der Stimmen erhalten. Doch Gbagbo erkannte das auch von den UN bestätigte Resultat nicht an.

Ouattara kündigte im Fernsehen die juristische Aufarbeitung des monatelangen Machtkonflikts an. Gbagbo solle ebenso wie seine Mitarbeiter, die Verbrechen begangen hätten, zur Rechenschaft gezogen werden. Zugleich versicherte Ouattara, dass für die Sicherheit Gbagbos und dessen Familie gesorgt werde.

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