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Elfenbeinküste Ouattaras Truppen auf dem Vormarsch

In der Elfenbeinküste droht eine blutige Schlacht um die Metropole Abidjan. Die Hauptstadt Yamoussoukro haben die Unterstützer des international anerkannten Wahlsiegers Alassane Ouattara schon eingenommen. Machthaber Laurent Gbagbo bewaffnet seine Anhänger.

31.03.2011 15:38
Gbagbo-Milizionäre in den Straßen Abidjans. Foto: afp

In der Elfenbeinküste verliert der abgewählte Präsident Laurent Gbagbo weiter an Boden. Die Unterstützer des international anerkannten Wahlsiegers Alassane Ouattara drohten nach der Einnahme wichtiger Städte im Zentrum des Landes mit der Erstürmung der Wirtschaftsmetropole Abidjan. Gbagbo blieben nur noch wenige Stunden, um die Macht friedlich abzugeben, sagte Ouattaras Ministerpräsident Guillaume Soro am Donnerstag dem französischen Auslandssender RFI. Sonst würden seine Truppen in die Regierungsstadt einmarschieren.

Fahrzeugkolonnen mit Ouattara-treuen Kämpfern und Maschinengewehren seien am Donnerstagmorgen in der Ortschaft Nzianouan etwa 130 Kilometer nordwestlich von Abidjan gesehen worden, berichtete ein Anwohner.

Die früheren Rebellen führen seit Montag eine umfassende militärische Offensive gegen die staatlichen Truppen, die Gbagbo unterstützten. Seit dem Bürgerkrieg von 2002/2003 kontrollieren sie den Norden des Landes, rücken jedoch immer weiter südlich vor. Die Hafenstadt Abidjan liegt ganz im Süden des Landes.

Gbagbo weigert sich seit den Wahlen Ende November, die Macht an Ouattara abzugeben. Beide haben eine Regierung gebildet.

Die Vereinten Nationen verhängten am Mittwoch (Ortszeit) Sanktionen gegen Gbagbo, seine Frau und drei weitere Personen aus seiner Umgebung. Sie seien ein Hindernis für den Frieden und die Versöhnung, teilte der UN-Sicherheitsrat in New York mit. Zudem rief das Gremium Gbagbo erneut auf, sich sofort zurückzuziehen. Die einstige Kolonialmacht Frankreich forderte Gbagbo auf, kein weiteres Blut von Bewohnern des Landes zu „vergießen“.

Am Mittwoch nahmen die Ouattara-Truppen strategische Städte ein wie die Hauptstadt Yamoussoukro und den Kakao-Exporthafen San Pedro. Die Elfenbeinküste ist der weltweit wichtigste Kakao-Exporteur. Seit dem internationalen Embargo kann das Land zwar keinen Kakao mehr ausführen, die Staatengemeinschaft könnte die Einschränkungen jedoch aufheben, wenn die Einnahmen nicht mehr an Gbagbo fließen.

Übergriffe auf Diplomaten

Während Gbagbos Soldaten bisher kampflos vor den gegnerischen Truppen flohen, wird eine blutige Schlacht um Abidjan befürchtet. Dort wird bereits seit Tagen geschossen. Nach UN-Angaben wurden bei dem Konflikt bislang mindestens 500 Menschen getötet, mehr als eine Million Ivorer sind auf der Flucht.

Um ihre drohende Niederlage abzuwenden, begann die loyal zu Gbagbo stehende Armee, Waffen an junge Anhänger zu verteilen. Sie sind als besonders gewalttätig bekannt. Nach Angaben von Human Rights Watch (HRW) errichtete die Armee Straßensperren, an denen es zu Übergriffen auf UN-Beamte, westliche Diplomaten, ausländische Wanderarbeiter und vermeintliche Ouattara-Anhänger kam. Gbagbo mache sich damit eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit schuldig, warnte HRW. (epd/afp/rtr)

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