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Elfenbeinküste Heftige Kämpfe um Gbagbos Palast

In der Elfenbeinküste rücken die Rebellen vor und treiben Präsident Gbagbo immer weiter in die Enge. Berichte von Plünderungen, Verschleppungen, Willkürfestnahmen und räuberischer Erpressung alarmieren die UN.

01.04.2011 18:45
Dagmar Wittek
Die Rebellen rücken vor. Foto: dpa

Im Machtkampf in der Elfenbeinküste sieht sich der international nicht anerkannte Präsident Laurent Gbagbo immer weiter in die Enge getrieben. Afp-Korrespondenten und Zeugen berichteten, Truppen des im November gewählten neuen Staatschefs Alassane Ouattara griffen am Freitag Gbagbos Dienstsitz und seine Residenz an. Gbagbo ließ ankündigen, er werde nicht abdanken oder sich „irgendwelchen Rebellen ergeben“. Über dem Präsidentenpalast stand am Vormittag eine Rauchsäule. Frankreichs Botschafter in der Elfenbeinküste, Jean-Marc Simon, ging davon aus, dass sich auch Gbagbo im Präsidentenpalast befand.

Die Ouattara-Regierung ließ die Landesgrenzen schließen. Über Abidjan wurde bis Sonntag eine nächtliche Ausgangsperre verhängt. Eine Sprecherin Ouattaras gab sich überzeugt, dass Gbagbo „angesichts der zahlreichen Deserteure in seinen Reihen“ nicht mehr lange durchhalten werde. Gbagbos Armeechef des ist bereits desertiert, ebenso nach Angaben von Choi Young Jin, Leiter der UN-Mission in der Elfenbeinküste, weitere 50000 Soldaten und Polizisten. „Nur die Republikanische Garde und die Spezialeinheiten sind noch loyal“, sagte Choi.

In Abidjan war die Lage äußerst angespannt. „Das Sicherheitsvakuum hat Tür und Tor geöffnet für Plünderer“, so Thierry Burkhard, ein Sprecher des französischen Militärs. Die französischen Einsatzkräfte hätten rund 500 Ausländer zur Sicherheit in ein Militärcamp gebracht.

Auch die Aufständischen scheinen brutal vorzugehen. Die UN sahen sich zu scharfer Kritik veranlasst. „Uns liegen unbestätigte Berichte von schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen vor, die die Pro-Ouattara Kräfte begangen haben sollen“, so das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte. Vor allem im Westen, in den Regionen Guiglo und Daloa, gebe es Berichte von Plünderungen, Verschleppungen, Willkürfestnahmen und räuberischer Erpressung. Die Berichte seien „alarmierend“ und die UN ermahnten die Pro-Ouattara-Kräfte dringend, „vorsichtiger vorzugehen“. ( mit afp)

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