Lade Inhalte...

Einreise in die USA Großes Echo auf Fall Aimee Schneider

Ein Bericht der Frankfurter Rundschau über die Abweisung der Abiturientin Aimee Schneider bei der Einreise in die Vereinigten Staaten löst ein großes Echo aus.

Labyrinthische Wege, rätselhafte Befragungen: Beim Sicherheitscheck, hier in New York, erleben manche USA-Reisende Abenteuer. Foto: REUTERS

Aimee Schneider hat derzeit einiges zu tun. Nachdem die Frankfurter Rundschau groß über ihre Einreiseverweigerung in die USA berichtet hatte, bekam die 20-Jährige viele Rückmeldungen und Anfragen. Fernsehsender, Radiostationen, Zeitungen und Online-Medien fragten bei ihr an. „Das ist ziemlich krass momentan, das hätte ich nicht gedacht“, gesteht die Abiturientin. Schneider wollte für vier Monate ihre Großcousine in Cleveland besuchen und hatte dafür eigens ein Touristenvisum beantragt, was ihr auch genehmigt wurde. Doch beim Umsteigen in Philadelphia wurde sie nach einem vierstündigen Verhör zurück nach Deutschland geschickt.

Die erstaunliche Begründung: Niemand wolle vier Monate Urlaub in Cleveland machen, sie habe dort vielmehr als Au-pair arbeiten wollen und dafür das falsche Visum beantragt. Am Mittwoch hatte die 20-Jährige Post vom Departement Homeland Security aus den USA bekommen. Darin stand aber nur, dass sich die USA schnellstmöglich um eine Klärung der Angelegenheit bemühe – eine standardisierte Antwort, wie sie nach jeder Beschwerde verschickt wird.

Auch bei der FR trudelten viele Anfragen und Reaktionen auf den Vorfall ein. Die Bandbreite reicht von besorgten Lesern bis hin zu solchen, die es vermeintlich besser wissen. Ein Leser aus Brühl, der sich als „ehemaliger IT-Leiter“ bezeichnet, führte aus, Frau Schneider sei ein Opfer der „computergesteuerten Überwachung und Selektion“ der USA geworden. Nach der Beantragung eines Visums würde ein Computerprogramm Schlüsselwörter in den E-Mails des Antragstellers scannen.

Die Frankfurter Rechtsanwaltsgesellschaft Winheller meldete sich bei der FR mit dem Hinweis, sie kümmere sich explizit um Personen, die Probleme bei der Einreise in die USA hätten. Rechtsanwalt Thomas Schwab betreut seit 2008 diese Mandaten. In vielen Fällen seien das Menschen, die ein reguläres Arbeitsvisum für die USA benötigen und dafür Rechtsberatung in Anspruch nehmen. Häufig meldeten sich aber auch Menschen bei der Kanzlei, die abgewiesen worden seien. „Da hört man öfter mal absurde Begründungen“, verrät Schwab. In einem Fall sei ein Deutsch-Iraner bei der Einreise trotz Visums abgewiesen worden, weil sein Name nicht Deutsch klinge und er daher scheinbar gar kein Deutscher sei.

In einem Fall sei eine Geschäftsfrau, die zuvor bereits für vier Kurzbesuche in den USA war, beim fünften Mal mit der Begründung abgewiesen worden, sie reise zu oft in die USA. Andere Fälle, die Rechtsanwalt Schwab auf den Tisch bekommen hat, offenbaren den fragwürdigen Umgang der USA mit datenschutzrechtlichen Bestimmungen. So war einer Frau, ähnlich wie Schneider, das Handy abgenommen worden, um darin belastendes Material zu finden.

In einem anderen Fall hatte ein Grenzbeamter einem Musiker dessen E-Mails vorgehalten, wonach der Mann vorhabe, inoffiziell arbeiten zu wollen. „Die Ablehnung war korrekt, aber dass ein Grenzbeamter Zugriff auf die Mails des Mannes hatte, hat mich schon überrascht“, so Schwab.

Schneider ist kein Einzelfall: 2013 wurden nach Angaben der US-Botschaft rund 700 deutsche Staatsbürger an der Einreise in die Vereinigten Staaten gehindert, so viele wie in den Vorjahren. Demgegenüber stünden aber 2,7 Millionen Deutsche, die im gleichen Jahr problemlos die US-Grenze passiert haben.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum