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Edward Snowden zur NSA "Unter einer Decke mit den Deutschen"

In einem Interview äußert sich Whistleblower Edward Snowden zu der vermuteten umstrittenen Zusammenarbeit zwischen deutschen und amerikanischen Geheimdiensten. Die Kooperation zwischen BND und NSA scheint intensiver als bislang bekannt.

07.07.2013 10:13
Edward Snowden hat seinen Antrag für politisches Asyl in Russland unterschrieben. Foto: afp

Die Abhöraktivitäten des US-Geimdienstes NSA wurden nach Angaben des IT-Spezialisten Edward Snowden auch von deutschen Behörden gedeckt. Der "Spiegel" veröffentlicht ein Interview mit Edward Snowden, in dem der Geheimdienst-Enthüller brisante Details zu einer Zusammenarbeit zwischen dem Bundesnachrichtendienst und den Amerikanern liefert. Die NSA-Leute steckten "unter einer Decke mit den Deutschen", erklärt Snowden in dem Interview.

"Als Zielobjekt markiert"

Die Zusammenarbeit werde so organisiert, dass Behörden anderer Länder ihr politisches Führungspersonal vor dem 'Backlash' schützen könnten, falls herauskommen sollte, wie "massiv die Privatsphäre von Menschen missachtet wird", sagt der US-Amerikaner laut "Spiegel-Online". Telekommunikationsfirmen kooperierten mit der NSA und Personen würden "aufgrund des Facebook-Profils oder der eigenen E-Mails als Zielobjekt markiert".

Das Spiegel-Interview wurde von dem amerikanischen Chiffrier-Experten Jacob Appelbaum und der Dokumentarfilmerin Laura Poitras mit Hilfe verschlüsselter E-Mails geführt, und zwar bevor Snowden als Whistleblower bekannt wurde.

Offenbar ist die Zusammenarbeit zwischen der NSA und dem Bundesnachrichtendienst (BND) intensiver als bislang bekannt. Zum Beispiel soll die NSA dem BND Analyse-Tools für die Überwachung ausländischer Datenströme, die durch Deutschland führen, gestellt haben. Der BND-Chef Gerhard Schindler bestätigte den Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums die Zusammenarbeit mit der NSA.

Der Verfassungsschutz untersuche derzeit, wo genau die NSA Zugriff auf den Internetverkehr nimmt, der durch Deutschland geht. Angeblich gebe es derzeit noch keine Beweise dafür, dass Internetknotenpunkte in Deutschland durch die NSA ausspioniert werden. Der BND ziehe nach den Recherchen des "Spiegel" aus fünf digitalen Knotenpunkten Informationen.

Asyl in Südamerika?

Edward Snowden sitzt noch immer in Moskau am Flughafen Scheremetjewo fest. Venezuela, Nicaragua und Bolivien haben dem 30-jährigen Geheimdienstexperten Asyl angeboten. Unklar war zunächst, wie er unbehelligt nach Lateinamerika weiterreisen könnte. Die USA haben seinen Pass annulliert. Eine ganze Reihe von Ländern hat die Gesuche bereits zurückgewiesen, darunter auch Deutschland. Klare Absagen gab es außerdem aus Frankreich, Italien, Brasilien, Indien und Polen. (ah, dpa)

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