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Dschamal Khashoggi „Macht das draußen, ihr bringt mich in Schwierigkeiten“

Die Türkei informiert über grausige Details der Ermordung Dschamal Khashoggis.

Konsulat von Saudi-Arabien in Istanbul
Vor dem saudischen Konsulat in Istanbul: Ein Wachmann bittet Journalisten darum, Abstand zu halten. Foto: dpa

Noch hält das Weiße Haus eisern zum saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. US-Präsident Donald Trump warnte vor falschen Vorverurteilungen. US-Außenminister Mike Pompeo ließ sich derweil lächelnd mit dem Thronfolger in dessen Palast in Riad fotografieren. Nach dem Gespräch gab sich Pompeo demonstrativ gelassen und erklärte, die saudische Seite habe eine gründliche, zeitnahe und transparente Untersuchung zugesagt – eine Botschaft, die er am Mittwoch bei seinem Zwischenstop in Ankara dann auch dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan übermittelte.

Doch das Verschwinden des prominenten Journalisten und Regierungskritikers Dschamal Khashoggi ist längst kein diplomatischer Routinefall mehr. Je mehr grausige Details der Presse zugespielt werden, desto mehr verdichtet sich der Verdacht, bin Salman könnte unmittelbar in den Mord verwickelt sein. Auch die offenbar von seinen Beratern erwogene Strategie, die Bluttat in dem Konsulat doch zuzugeben, sie aber als eine aus dem Ruder gelaufene Operation schurkiger Geheimdienstler hinzustellen, ist mit den Enthüllungen nicht  vereinbar.

Sollte Khashoggi überhaupt verhört werden?

Nach Tonbandaufnahmen von den letzten Minuten Khashoggis, die türkische Ermittler einheimischen Medien zugänglich machten, war die ganze Operation von vorneherein ein geplanter Mord. Laut Angaben der Ohrenzeugen ist auf den Bändern zu hören, wie Khashoggi von dem Büro des Generalkonsuls in einen Nebenraum bugsiert und auf einen Tisch geworfen wurde. Unter infernalischem Geschrei des Opfers haben die Mörder ihm offenbar bei lebendigem Leib Finger abgeschnitten. Der saudische Generalkonsul Mohammed al-Otaibi ist demnach zu hören, wie er die Schergen aufforderte, „macht das draußen, ihr bringt mich in Schwierigkeiten“. Falls er in Saudi-Arabien am Leben bleiben wolle, solle er den Mund halten, beschied ihn einer aus dem 15-köpfigen Killerkommando.

Das Augenmerk der Fahnder richtet sich laut „Washington Post“ vor allem auf Salah Muhammad Al-Tubaigy, den mitangereisten Gerichtsmediziner, und auf drei Personen, die zur Sicherheitsentourage des Kronprinzen gehören sowie auf einen fünften Mann, einen häufigen Reisebegleiter des 33-jährigen Königssohnes.

Als zentrale Figur gilt der Forensiker Al-Tubaigy, der in Glasgow studierte. Er ist Dozent an der „Naif Arab University for Security Sciences“ in Riad und arbeitet mit militärischem Rang im Innenministerium. Von ihm sind Publikationen über DNA-Analysen und Autopsien bekannt. Er hat das nötige Wissen, an einem Tatort die Spuren gründlich zu beseitigen. Das Konsulat wurde erst jüngst gereinigt und offenbar in Teilen auch neu gestrichen.

Wie das Nachrichtenportal „Middle East Eye“ unter Berufung auf eine türkische Quelle berichtet, gab es keinerlei Versuche, Khashoggi zu verhören. Der Todeskampf des Gefolterten habe sieben Minuten gedauert. Al-Tubaigy habe den Körper bereits mit der mitgebrachten Knochensäge zu zerteilen begonnen, als das Opfer noch lebte, und den Gemarterten schließlich mit einer Spritze zum Verstummen gebracht. Während er den restlichen Körper in Stücke schnitt, setzte der Mediziner einen Kopfhörer auf und hörte Musik. Seinen Komplizen empfahl er, das Gleiche zu tun. „Wenn ich einen solchen Job erledige, höre ich dazu Musik. Das sollten Sie auch machen.“ 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Saudi-Arabien

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