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Drohnen Pakistan Tötung von Al-Kaidas Nummer zwei bestätigt

Es ist der schwerste Schlag gegen Al Kaida seit der Tötung bin Ladens: Aus Geheimdienstkreisen verlautet, dass Al-Kaida-Anführer al-Libi getötet worden ist. Er ist die Nummer zwei der Terror-Organisation.

05.06.2012 09:58
Al-Kaida-Anführer Abu Jahja al-Libi Foto: dapd

Die Nummer zwei des Terrornetzwerks Al-Kaida, Abu Jahja al-Libi, ist nach Überzeugung der USA bei einem Drohnenangriff in Pakistan getötet worden. Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus Regierungskreisen in Washington, dass sich die USA „äußerst sicher“ seien, al-Libi bei der Attacke am Montag in den pakistanischen Stammesgebieten getötet zu haben. Der Tod des Libyers wäre der schwerste Schlag gegen das Terrornetzwerk seit der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden im Mai 2011.

Al-Libi war ein enger Vertrauter bin Ladens und galt nach dessen Tod als einer der möglichen Nachfolger. Am Ende wurde er Stellvertreter des neuen Al-Kaida-Chefs Ayman al-Sawahiri. Zuletzt soll al-Libi nach US-Angaben die Aktionen der Al-Kaida-Kerntruppe in den pakistanischen Stammesgebieten geleitet und die Beziehungen zu Ablegern des Terrornetzwerks in anderen Teilen der Welt überwacht haben. Ein US-Regierungsvertreter sagte, der Tod al-Libis würde die Möglichkeiten von Al-Kaida stark einschränken, mit verbündeten Gruppen zusammenzuarbeiten.

Libi ist ein libyscher Geistlicher mit abgeschlossenen Chemie-Studium. Er ist einer der Haupt-Strategen von Al-Kaida, die nach Bin Ladens Tod vom Ägypter Aiman al Sawahri angeführt wird. Aus US-Kreisen verlautete, Libi habe bereits mehrere Drohnenangriffe überlebt. Die Attacke am Montag in Nord-Waziristan habe ihm gegolten.

In den pakistanischen Geheimdienstkreisen hieß es weiter, Libi sei bei dem Angriff schwer verletzt worden und später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

Angriffe mit unbemannten Drohnen

Die USA haben ein Kopfgeld in Höhe von einer Million Dollar auf al-Libi ausgesetzt. Dieser war 2002, nach dem Sturz der radikalislamischen Taliban in Afghanistan durch NATO-Truppen, in Gefangenschaft geraten. Drei Jahre später gelang ihm die Flucht aus dem US-Hochsicherheitsgefängnis Bagram, was zu seinem Prestige unter den Al-Kaida-Kämpfern beitrug. Al-Libi nahm eine wichtige Stellung als Stellvertreter von Ayman al-Sawahiri ein. Dieser hatte nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch ein US-Sonderkommando im vergangenen Jahr dessen Nachfolge angetreten.

Die USA verstärkten seit dem Nato-Gipfel zu Afghanistan im vergangenen Monat in Chicago ihre Angriffe mit unbemannten Drohnen im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet. Bereits am Sonntag wurden bei Luftangriffen in Süd-Waziristan fünf mutmaßliche Aufständische getötet, darunter ein Kommandeur. Am Vortag berichteten pakistanische Sicherheitskräfte von mindestens drei Toten. (rtr/afp)

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