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Drogenmafia USA mischen sich ein

US-Außenministerin Hillary Clinton will Mexikos Drogenmafia bekämpfen. Sie sieht Mexiko auf der Schwelle zum Drogenterrorismus.

Die USA wollen Mexikos Drogenmafia bekämpfen. Foto: dpa

US-Außenministerin Hillary Clinton sieht Mexiko auf der Schwelle zum Drogenterrorismus. Die sieben Rauschgiftkartelle des Landes wiesen zunehmend Merkmale von aufständischen Gruppen auf. „Das Land ähnelt immer mehr dem Kolumbien der achtziger Jahre, wo die Drogenkartelle bestimmte Teile des Landes kontrollierten“, sagte Clinton am Mittwoch (Ortszeit) in Washington.

In den Augen der Ministerin bedroht die organisierte Kriminalität in Form der mächtigen mexikanischen Mafias inzwischen auch weite Teile Zentralamerikas. Anders als Mexiko verfügten viele der Staaten zwischen Guatemala und Costa Rica jedoch nicht über die notwendigen Mittel, den Kartellen die Stirn zu bieten.

„Wir verstärken unsere Anstrengungen“, sagte Clinton und nahm Bezug auf den Wunsch Costa Ricas nach Unterstützung Washingtons im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Präsidentin Laura Chinchilla hatte die US-Regierung kürzlich um Hilfe ersucht, weil die Länder der Region mit dem Kampf gegen die Kartelle überfordert seien.

„Wir brauchen in Zentralamerika eine sehr viel energischere US-Präsenz, damit diese Länder ihren Rechtsstaat durchsetzen und die Kartelle bekämpfen können“, bestätigte Clinton jetzt. In Guatemala, dem südlichen Nachbarn Mexikos, haben die mexikanischen Drogenkartelle nachweislich Ausbildungscamps für ihre Killer und nutzen das Land gleichzeitig als Rückzugsort.

Mexikos Regierung wies die Äußerungen Clintons zurück. „Wir teilen diese Ansicht nicht“, sagte der Sprecher für nationale Sicherheit, Alejandro Poire, in Mexiko-Stadt. In Kolumbien seien einst mehr als 40 Prozent des Staatsgebietes durch Aufständische kontrolliert worden. Das sei mit Mexiko nicht zu vergleichen.

Clinton ergänzte, sie gebe „Präsident Calderón sehr gute Noten für seine Entschlossenheit beim Vorgehen gegen die großen Köpfe der Kartelle“. Tatsächlich steht Felipe Calderón jedoch im Drogenkrieg mit dem Rücken zur Wand. Seit er die Offensive gegen das organisierte Verbrechen zu Beginn seiner Amtszeit verkündete, sind in dem Kampf 30000 Menschen getötet worden.

Bürgermeister erschossen

Erst am Mittwoch wurde im Norden Mexikos ein Bürgermeister getötet. Wie die Regierung des Bundesstaates San Luis Potosí mitteilte, drangen Unbekannte in den Amtssitz des Stadtoberhauptes von El Naranjo ein und erschossen Bürgermeister Alexander López. Zudem wurden zwei nach dem Massaker an 72 illegalen Einwanderern (die FR berichtete) verschwundene Ermittler tot aufgefunden. Wie die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Tamaulipas mitteilte, wurden die Leichen eines Vertreters der Staatsanwaltschaft und eines leitenden Polizisten in der Ortschaft Méndez entdeckt.( mit afp/dpa)

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