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Drogenkrieg Polizeichefin in Mexiko ermordet

Hermila García war die erste Frau an der Spitze einer Gemeindepolizei im Drogenland. Nach nicht einmal zwei Monaten im Amt wurde sie erschossen - vermutlich von den Killern der Rauschgiftkartelle.

Die Leiche der Polizeichefin neben ihrem Dienstwagen. Foto: REUTERS

Hermila García wollte diesen Job unbedingt – auch wenn er als einer der gefährlichsten im Norden Mexikos gilt. Vor knapp zwei Monaten wurde sie Polizeichefin in Meoqui, der 20?000-Einwohner-Stadt im Bundesstaat Chihuahua. Sie wollte zeigen, dass man es auch anders machen kann, dass man sich nicht mit dem organisierten Verbrechen einlassen muss. „Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu fürchten“, war ihre stete Antwort auf die Frage, warum sie das Himmelfahrtskommando mitten in Mexikos Drogengebiet angenommen hatte.

Nun ist sie tot. Am Montag um 7.20 Uhr erschoss ein bewaffnetes Kommando die Juristin auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz. Getreu ihrem Motto war García ohne Leibwächter unterwegs.

Der prompte Mord an ihr ist auch den anderen beiden Frauen eine Warnung, die in Mexiko dort den Job als Polizeichefin angenommen haben, wo Männer sich weigerten. Internationale Bekanntheit hat die erst 20 Jahre alte Marisol Valles erlangt, die in Praxédis Guerrero, einer kleinen Stadt nahe der Drogenkriegs-Metropole Ciudad Juárez, die örtliche Polizei kommandiert. Unweit von dort leitet die 28-jährige Erika Gandara die Polizei von Guadalupe – alle ihre männlichen Vorgänger wurden ermordet.

Hermila García war die allererste Frau in diesem Job. Die 38 Jahre alte Juristin hatte viel Erfahrung in der Kriminalitätsbekämpfung. Bevor sie am 9. Oktober Polizeichefin wurde, arbeitete sie als Staatsanwältin. In Meoqui war sie die Vorgesetzte von 90 Polizisten. Sie hatte nach Angaben des Bürgermeisters nie Todesdrohungen der Kartelle erhalten. Der Mord trägt dennoch deren Handschrift. Ein bewaffnetes Kommando stoppte ihr Auto, die Täter zwangen García auszusteigen und streckten sie aus nächster Nähe nieder.

Chihuahua, der größte Bundesstaat Mexikos, ist von der Drogenkriminalität fast völlig unterwandert. Vor allem in Ciudad Juárez, gegenüber dem texanischen El Paso, bekämpfen sich die Kartelle im Ringen um lokale Märkte und Schmuggelrouten seit Jahren ohne Gnade. Dieses Jahr sind dem Gemetzel in der Millionenstadt bereits 2700 Menschen zum Opfer gefallen.

Am Dienstag fand die Polizei in der Nähe von Juárez ein Massengrab mit 18 Leichen. Die 17 Männer und eine Frau sind laut Angaben der Ermittler bereits vor knapp einem Jahr verscharrt worden. In den vergangenen Monaten haben die Behörden mehrere Massengräber ausgehoben. In allen Fällen waren die Getöteten Opfer der Drogenkriminalität. In Mexiko sind seit 2007 rund 30?000 Menschen im Kampf der Kartelle gegeneinander oder in Auseinandersetzung mit dem Staat getötet worden.

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