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Türkei Erdogans Unglück

Das Grubenunglück im westtürkischen Soma war eine Katastrophe mit Ansage. Sollten sich die Vorwürfe gegen den Minenbesitzer von Soma erhärten, dann könnte das Unglück Erdogan mehr in Bedrängnis bringen als alle Korruptionsanklagen. Ein Kommentar.

Erdogan mit Rettungskräften in Soma. Foto: dpa

Das Grubenunglück im westtürkischen Soma war eine Katastrophe mit Ansage. Seit vielen Jahren sind die Zustände in türkischen Minen bekannt, immer wieder haben Bergleute ihr Leben lassen müssen. Erst zwei Wochen vor dem Unfall forderte die Opposition einen Untersuchungsausschuss über die Zustände in den Kohleminen von Soma, doch die islamisch-konservative AKP lehnte den Antrag ab.

Die Regierung von Recep Tayyip Erdogan hat auf Kritik der Opposition und der Gewerkschaften wegen mangelnder Arbeitssicherheit im Land mit dem Hinweis auf die Arbeitsschutzgesetze und das schicksalhafte Walten Gottes reagiert – und mit einer immer rabiateren Privatisierungspolitik öffentlicher Güter. Sollten sich die Vorwürfe gegen den Minenbesitzer von Soma erhärten, dann könnte das Unglück Erdogan mehr in Bedrängnis bringen als alle Korruptionsanklagen. Da in der Türkei niemand eine Ausschreibung ohne Plazet von oben gewinnt, fällt jeder Regelverstoß auf den Chef selbst zurück.

Die Korruption hat Erdogans Wähler kaltgelassen, der Tod von Arbeitern wird das nicht tun. Da der Premier im August zum Staatspräsidenten gewählt werden möchte, könnte es sein, dass ihm das Schicksal einen kräftigen Strich durch die Rechnung macht.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Türkei

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