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„Doomsday-Uhr“ Der Weltuntergang rückt näher

Die Welt ist ihrer Selbstvernichtung im vergangenen Jahr nach Ansicht führender Atomwissenschaftler noch ein Stückchen nähergerückt. Die Forscher stellen die symbolische „Doomdsday Clock“ um 30 Sekunden vor - auf zwei Minuten vor Mitternacht.

25.01.2018 18:20
Doomsday Clock
Noch zwei Minuten bis Mitternacht. Foto: afp

Das US-Wissenschaftsmagazin „Bulletin of the Atomic Scientists“ hat die Zeiger seiner symbolischen Weltuntergangsuhr von zweieinhalb Minuten auf zwei Minuten vor Mitternacht gestellt. „Bulletin“-Geschäftsführerin Rachel Bronson begründete den Schritt am Donnerstag unter anderem mit festgefahrenen Abrüstungsverhandlungen, Atomtests in Nord-Korea, Investitionen in Nuklearwaffen-Arsenale und dem fortschreitenden Klimawandel. Auch die Unberechenbarkeit von US-Präsident Donald Trump, die vor allem in dessen Twitter-Botschaften zum Ausdruck komme, sei in Betracht gezogen worden.

Die Uhrzeit der Weltuntergangsuhr wird von einem Wissenschaftlergremium, darunter 15 Nobelpreisträger, festgelegt. Sie kritisieren in ihrem jüngsten Bericht unter anderem das Versagen von Trump und „anderen Weltführern, sich angemessen mit Atomkrieg und Klimawandel auseinanderzusetzen“. Internationale Diplomatie sei zu „Beschimpfungen“ verkommen.

„Doomsday-Uhr“ erstmals 1947 publiziert

Die Regierungen weltweit müssten ihre Klimaschutz-Maßnahmen verschärfen. Die im Pariser Klimaabkommen festgelegten CO2-Minderungsziele reichten bei weitem nicht aus. In der Sicherheitspolitik seien vor allem Gespräche mit Nordkorea ohne Vorbedingungen nötig. Auch der Fortbestand der Iran-Atomabkommens und die Verminderung der Spannungen zwischen den USA und Russland seien unerlässlich, betonten die Experten.

Die „Doomsday-Uhr“ soll der Öffentlichkeit verdeutlichen, wie nah die Menschheit vor der Selbstzerstörung steht. Erstmals publizierte das Wissenschaftsmagazin die Uhr im Jahr 1947. Damals ging die größte Gefahr von den Atomwaffen der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion aus. Im Jahr 2007 haben die Forscher erstmals „möglicherweise katastrophale“ Folgen des Klimawandels in Erwägung gezogen.

1947 stand die Uhr auf sieben Minuten vor zwölf. Wegen der ersten Atomwaffentests in der Sowjetunion stellte das „Bulletin“ die Uhr zwei Jahre danach auf drei Minuten vor zwölf. 1953 erreichten die Zeiger wegen der sowjetischen und US-amerikanischen Wasserstoffbombentests zwei Minuten vor zwölf. Am weitesten entfernt von Mitternacht (17 Minuten) standen die Zeiger zu Beginn der 90er Jahre, also nach dem Ende des Kalten Krieges.

Seitdem bewegen sich die Zeiger schrittweise Richtung Mitternacht. Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten rückte das „Bulletin“ den Zeiger 2017 auf zweieinhalb Minuten vor zwölf.

Das „Bulletin of the Atomic Scientists“ wurde 1945 von US-Wissenschaftlern gegründet, die am Bau der ersten Atombombe mitgewirkt hatten. Auf der Webseite des Magazins heißt es, die Weltuntergangsuhr wolle nicht die Zukunft vorhersagen. Vielmehr analysiere man Trends und Ereignisse. (epd)

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