Lade Inhalte...

Donald Trump Wirbel um Trumps „Game of Thrones“-Poster

In seiner ersten Kabinettssitzung des Jahres macht Donald Trump da weiter, wo er aufgehört hat. Er schimpft auf die Demokraten, verbreitet Unwahrheiten und sorgt für Aufregung mit einem skurrilen Poster von sich selbst.

Donald Trump
US-Präsident Donald Trump leitet die erste Kabinettssitzung des Jahres, vor ihm ein Poster mit seinem Konterfei. Foto: rtr

US-Präsident Donald Trump hat am vergangenen Mittwoch sein Kabinett zum ersten Treffen des Jahres zusammengerufen. Themen der Sitzung waren die anhaltende Haushaltssperre und der stockende Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Auch der geplante Abzug der US-Truppen aus Syrien kam zur Sprache.

Er erwarte ein „enorm gutes Jahr“, sagte Trump zu Beginn des Treffens. Das zurückliegende Jahr sei phänomenal gewesen, mit großen Erfolgen für ihn und seine Administration.

Direkt nach seiner Begrüßung kam der Präsident auf sein aktuelles Lieblingsthema zu sprechen: illegale Migration an der Südgrenze der Vereinigten Staaten. Das einzige Mittel dagegen sei, die von ihm geplante Mauer zu bauen. Sie würde zu „99,9 Prozent funktionieren, wahrscheinlich sogar zu 100 Prozent“. Außerdem würde man die Baukosten allein durch geringere Personalkosten einsparen, und zwar „in einem Monat, spätestens nach zwei Monaten“.

Wie gut so eine Mauer schützt, das wüssten auch seine politischen Gegner, allen voran Präsident a. D. Barack Obama. Es gebe einen Grund, warum Politiker und reiche Leute Mauern um ihre Grundstücke bauen, sagte Trump und ergänzte: „Präsident Obama ließ vor kurzem eine Mauer um sein Grundstück bauen und ich werfe ihm das nicht vor.“ Die Behauptung  hatte Trump bereits am 30. Dezember in einem Tweet vorgebracht. Kurz darauf hatte die Washington Post berichtet, dass es keinerlei Mauer um das Anwesen der Obamas im Washingtoner Stadtteil Kalorama gebe.

Trump hat wieder Post von Kim Jong Un

Im Verlauf der gut eineinhalb Stunden, die Pressevertreter bei der Sitzung anwesend sein durften, zeigte Trump einen Brief, den er von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un erhalten habe. Dort würde sich der Diktator bei ihm bedanken und das sollten auch alle anderen. Denn mit jeder anderen Administration außer der seinigen hätte man jetzt einen „dicken, fetten Krieg in Asien“. Den Brief könne er leider nicht vorlesen, auch wenn er es gerne würde, sagte Trump.

James Mattis habe alles falsch gemacht, sagt Trump

Besonderes Lob von Trump erhielt sein neuer Verteidigungsminister Patrick Shanahan. Ganz im Gegensatz zu dessen Vorgänger James Mattis. Der habe in Afghanistan „schreckliche Arbeit geleistet und nichts für mich getan“, sagte Trump. Das sei auch der Grund gewesen, warum er ihn „im Wesentlichen gefeuert“ habe - auch wenn Mattis' Kündigungsschreiben, veröffentlicht durch die Nachrichtenagenutr AP ganz andere Rückschlüsse zulässt.

Aus Syrien wolle Trump sich weiter zurückziehen. Dort gebe es nur „Sand und Tod“, keinen Reichtum. Die mit den USA verbündeten Kurden wolle man zwar unterstützen, aber eben nicht ewig in dem Land bleiben. Und auch wenn ein Ende des amerikanischen Einsatzes ein Erstarken der islamistischen Terrormiliz IS bedeuten würde, wäre das verkraftbar. „Ein paar Terroristen kämen vielleicht in die USA, viele gehen aber in den Iran und nach Russland“, sagte Trump, um zu erklären, dass es gar nicht so schlimm sei.

Ein „Game of Thrones“-Poster liegt auf dem Tisch

Besonders hochgezogene Augenbrauen löste ein Poster aus, das offenbar während der Sitzung vor Donald Trump auf dem Tisch lag. Darauf abgebildet eine Fotomontage, die Trump Anfang November twitterte. Sie zeigt ihn und den Schriftzug „Sanctions are coming“ (Sanktionen werden kommen) im Stil der beliebten HBO-Serie „Game of Thrones“. Der Tweet hatte damals bereits für Aufregung gesorgt.

Seine Entourage kam auch zu Wort und durfte einmal reihum dem POTUS die Ehre erweisen. Generalstaatsanwalt Matthew G. Whitaker bedankte sich bei Trump für dessen unermüdlichen Einsatz zum Schutz des Landes und seiner Grenzen. Gesundheitsminister Alex Azar bedankte sich bei Trump für seine Führerschaft und sein Bemühen, „unser schrecklich gebrochenes Migrationssystem zu reparieren“.

Es bleibt also beim alten auch im neuen Jahr. Was er sonst noch sagte? Kanye West sei sehr schlau. Mitt Romney weniger schlau und außerdem kein Teamplayer. Der Senator aus Utah und einstige republikanische Kandidat auf die Präsidentschaft hatte Trump scharf kritisiert - obwohl der ihn im Wahlkampf unterstützt habe, sehr erfolgreich, denn „die Menschen in Utah lieben mich“, sagte Trump.

Und er sei sehr einsam gewesen über die Feiertage. Auch wenn selbst konservative Medien darüber berichteten, dass Melania Trump am 24.12. von Mar-a-Lago, dem Trump'schen Golfresort, zurück nach Washington geflogen sei, wohl um die Feiertage mit ihrem Ehemann zu verbringen. Daran wollte oder konnte Trump sich offenbar aber nicht mehr erinnern.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen