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DIK in Berlin Islamkonferenz: Das sind die Themen

Die Deutsche Islamkonferenz in Berlin ist eröffnet. Ein Überblick über die wichtigsten Anliegen und Streitpunkte.

German Islam conference in Berlin
Innenminister Horst Seehofer eröffnete die Islamkonferenz 2018. Foto: rtr

Die Deutsche Islamkonferenz (DIK) soll den Dialog zwischen der Regierung und den in Deutschland lebenden Muslimen stärken. „Die DIK soll ein Forum sein für die Diskussion über einen Islam, der in Deutschland seine Heimat findet und sich akzeptiert weiß“, heißt es auf der Website. Die Konferenz geht auf eine Initiative des damaligen Innenministers Wolfgang Schäuble zurück. Sie findet statt am 28.und 29.November in Berlin. 

Themen der Islamkonferenz

Einer der Streitpunkte ist die Ausbildung von Imamen in Deutschland. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime (ZMD), Ayman Mazyek, fordert hierfür konkrete Schritte und mehr staatliche Unterstützung. Mazyek fordert den raschen Aufbau eines Imam-Seminars. 

Die Lücke der fehlenden Ausbildung in Deutschland füllen oft Imame, die in der Türkei ausgebildet wurden. Daran stören sich deutsche Politiker quer durch die Parteien, aber auch viele Islamvertreter. 

Es sei bequem, etwas einzufordern und sich dann „in die Büsche zu verabschieden“, kritisiert Mazyek im Südwestrundfunk an die Adresse der Politik. Auch der Islamexperte Bülent Ucar beklagt die jahrelange Untätigkeit; fertige Konzepte zur Ausbildung gäbe es längst.

In Deutschland ist es zwar möglich, islamische Theologie zu studieren. Um als Imame arbeiten zu können. ist allerdings anschließend eine Praxis-Ausbildung nötig. 

Emotional diskutiert wird auch die Rolle der konservativen, teils aus dem Ausland finanzierten islamischen Dachverbände

   Alle Parteien im Bund und in den Ländern hätten die Reformbereitschaft der Islamverbände „völlig überschätzt“, kritisiert der frühere Grünen-Chef Özdemir der Tageszeitung „Die Welt“. Das gelte insbesondere für den Moscheeverband Ditib.

 Ditib und die anderen Verbände müssten sich „von Organisationen ausländischer Mächte zu deutschen Vertretungen inländischer Muslime transformieren“, fordert der Grünen-Politiker. Sie müssten nachweisen, „dass sie mit beiden Beinen auf dem Boden unserer Verfassung stehen und dass in unserem Zusammenleben das Grundgesetz für sie über jedem heiligen Buch steht“. 

Islamkonferenz: das sind die Teilnehmer

Unter Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geht die Islamkonferenz am Mittwoch in die vierte Auflage. Staatssekretär Markus  Kerber zufolge werden 240 Teilnehmer zu den zweitägigen Beratungen in Berlin erwartet, neben Vertretern der klassischen Verbände auch vermehrt Einzelpersonen. 

Traditionell dabei sind unter anderem die Verbände DITIB, der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und Ahmadiyya-Vertreter (AMJ). 

Die Geschichte der Islamkonferenz

Mit der Islamkonferenz 2018 startet die vierte Phase der Konferenzen. In der ersten Phase (2006 bis 2009) ging es um - teils heikle - Grundsatzfragen wie die Rolle von Frauen und Mädchen, religiöse Ausbildung und das Schächten von Tieren. „Der Islam ist Teil Deutschlands und Europas“, sagte der damalige Innenminister Wolfgang Schäuble damals in seiner Eröffnungsrede. 

Schwerpunkte der zweiten Phase der Islam-Konferenz waren ab 2010 die (erfolgreiche) Etablierung von Islamunterricht an Schulen und die gemeinsame Verpflichtung, religiösen Extremismus zu bekämpfen. 

In der dritten Phase (2014-2017) ging es schwerpunktmäßig um Wohlfahrtspflege und religiöse Seelsorge.

Unter Innenminister Horst Seehofer dürfte die Stimmung in diesem Jahr angespannt sein. Grund ist unter anderem die Ansage Seehofers, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. (mit afp/kna/dpa/epd)

 

 

 

 

 

 

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