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„Die Partei“ Konstruktiver Störenfried

Satiriker Martin Sonneborn kandidiert wieder für das EU-Parlament.

Martin Sonneborn
Meinen es ernst: Martin Sonneborn kandidiert erneut für das EU-Parlament. Foto: dpa

„Was für ein Unsinn“, schimpft Sonneborn, „hat sich irgendetwas verändert in Brüssel, seit eine Piratin, je ein Vertreter von ÖDP, Familienpartei, Tierschützern, Freien Wählern, der dämliche Udo Voigt und ich im Parlament sind?“

Tatsächlich haben die Satiriker auch Erfolge vorzuweisen: Mit ihrem „Geldhandel“ (ein Hunderter für 105 Euro), mit dem sie den AfD-„Goldhandel“ parodierten, lösten sie eine Reform der Parteienfinanzierung aus; sorgten für ein neues Zulassungsverfahren zur Bundestagswahl; machten Plenarreden aus Straßburg im Internet populär – und steuerten die fehlende Stimme bei, um in der EU eine Datenschutzverordnung zu verhandeln.

Um nicht doch in den Ruch zu kommen, eine ganz normale, am Ende gar konstruktive Oppositionspartei zu sein, hat die PARTEI-Führung alle EU-Listenkandidaten nach ihren Nachnamen aus dem Mitgliedsregister ausgewählt: „Bombe, Krieg, Göbbels, Göring, Speer, Bormann, Eichmann, Keitel, Heß“, steht da jetzt. „Die sollen uns die Stimmen von Pegida- und CSU-Freunden garantieren“, erklärt Sonneborn.

Und den Hutbürger, der ihm in dieser Woche die Aufmerksamkeit für seine Wiederantrittserklärung stahl, findet Sonneborn den lustig? „Sehr“, sagt er. „Fast so lustig wie seinen Ministerpräsidenten Kretschmer nach dessen Wortmeldung zu dem Fall.“

Es sei bewundernswert, sagt Sonneborn, wie der sächsische Landesverband der PARTEI „in derartigen Verhältnissen überlebt“.

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