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Die Hälfte der Wanderarbeiter sind Frauen

Bis 2025 erwarten Experten weiteren Zuwachs an Migranten auf Jobsuche / Europa ist das Hauptziel

02.12.2008 00:12
PIERRE SIMONITSCH

Genf. Die Frauen haben in einem weiteren Bereich mit den Männern gleichgezogen: Ziemlich genau die Hälfte aller Wanderarbeiter weltweit sind weiblich. Nur bei den Migranten aus Afrika überwiegen die Männer; in allen anderen Auswanderergruppen stellen die Frauen die Mehrheit. Zu dieser Erkenntnis gelangt der jüngste Jahresbericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Genf. Die meisten Frauen, die ihre Heimat auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen, üben in ihrem Gastland nur eine Teilzeitarbeit aus. In der Regel handelt es sich um Tätigkeiten im Haushalt, im Gastgewerbe oder in der Unterhaltungsbranche. "In diesen Jobs sind die Menschen häufig der Gefahr der Ausbeutung bis zur Zwangsarbeit und Sklaverei ausgesetzt", heißt es im IOM-Bericht.

Laut IOM sind weltweit rund 200 Millionen Wanderarbeiter unterwegs. Bis zum Jahre 2050 wird ein jährlicher Zuwachs um 2,3 Millionen erwartet. Diese Zuwachsrate ist 40 Prozent höher als jene zwischen den Jahren 1960 bis 2005, als im Schnitt 1,6 Millionen Personen jährlich auf der Suche nach Arbeit die Grenzen überschritten.

Auf dem europäischen Kontinent leben 70,6 Millionen Zuwanderer aus anderen Regionen, gefolgt von Nordamerika mit 45,1 Millionen und der Arabischen Halbinsel mit 18,8 Millionen.

Europa ist derzeit das Hauptziel der internationalen Migration. Dennoch machen die Einwanderer erst 8,1 Prozent der Gesamtbevölkerung Europas aus. In den USA und Kanada kommen die Immigranten jüngeren Datums auf 10,3 Prozent. In den Scheichtümern am Persischen Golf sind mehr als 40 Prozent aller Arbeitskräfte Ausländer. In Indien und China machen die Ausländer nur 0,7 Prozent aus. Im Weltmaßstab macht der Anteil der Fremdarbeiter drei Prozent aus. Der Eindruck einer Völkerwanderung aus dem Süden nach Norden trügt: Derzeit leben in den Industriestaaten 62 Millionen Migranten aus Drittweltländern. Praktisch die gleiche Anzahl Menschen - 61 Millionen - sind von einem Entwicklungsland in ein anderes ausgewandert.

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