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Demo vor US-Airbase in Ramstein Protest gegen Drohnen in Ramstein

Tausend Friedensaktivisten demonstrieren an der US-Airbase Ramstein gegen den amerikanischen Drohnenkrieg. Auch Oskar Lafontaine mischt mit - und kritisiert das "schizophrene" Verhalten der Bundesregierung.

11.06.2016 16:17
Foto: dpa

Trotz regnerischen Wetters haben Tausende Friedensaktivisten in der Pfalz um die US-Airbase Ramstein gegen den Kriegseinsatz von Drohnen demonstriert. Sie bildeten am Samstag eine Menschenkette von der Ortsgemeinde Kindsbach im Kreis Kaiserslautern über Landstuhl an der Airbase bis nach Ramstein-Miesenbach. Die Organisatoren sprachen von etwa 5000 Teilnehmern aus ganz Deutschland, die Polizei in Landstuhl zählte bis zum Nachmittag rund 2000 Demonstranten.

Es bleibt friedlich

Mit der Menschenkette wollten sie ein Zeichen setzen gegen die Rolle des US-Militärflugplatzes. Ramstein spielt Berichten zufolge eine wichtige Rolle im Drohnenkrieg der Amerikaner. Aus den USA kommende Signale würden über die Relaisstation SATCOM in Ramstein in die Krisengebiete weitergeleitet.

«Dass so viele Menschen gekommen sind, macht uns Mut», sagte der Sprecher der Kampagne «Stopp Ramstein», Reiner Braun. Ein Einsatzleiter der Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf. Eine Sprecherin des 86. US-Lufttransportgeschwaders, das «Hausherr» auf der Airbase ist, hatte vor der Aktion mitgeteilt, auch den Amerikanern seien das Demonstrations- und Versammlungsrecht wichtig.

Lafontaine kritisiert Bundesregierung

Vor der Menschenkette hatte es eine Kundgebung am Hauptbahnhof in Kaiserslautern mit rund 1500 Teilnehmern gegeben. Mehrere Redner, darunter der saarländische Linksfraktionschef Oskar Lafontaine und die Grüne Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner, forderten die Bundesregierung auf, die Unterstützung für Militäreinsätze der Amerikaner einzustellen.

«Es ist unerträglich, dass die Bundesregierung dazu schweigt», sagte Lafontaine. Es sei «schizophren», einerseits Edelmut in der Flüchtlingskrise zu demonstrieren, andererseits aber Angriffskriege der USA zu unterstützen. Rößner betonte, Drohnenangriffe sorgten dafür, dass sich weitere Menschen etwa im Nahen Osten radikalisierten. (dpa)

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