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Daphne Caruana Galizia Premier auf Beerdigung nicht erwünscht

Die Familie der getöteten Journalistin Daphne Caruana Galizia will nicht, dass Maltas Premier an der Beerdigung teilnimmt.

Malta
Maltas Premier war auf der Beerdigung von Daphne Caruana Galizia nicht erwünscht. Foto: afp

Maltas Premier hatte am Freitag eigentlich an der Beerdigung von Daphne Caruana Galizia im Dom von Mosta teilnehmen wollen. Doch die Familie der Mitte Oktober bei einem Bombenattentat ermordeten Journalistin ließ mitteilen, dass Joseph Muscat und andere Staatsvertreter nicht erwünscht seien.

Teilnehmen durften EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani und der OSZE-Beauftragte für Medienfreiheit Harlem Desir. Die streitbare Bloggerin und Investigativreporterin war Muscats schärfste Kritikerin gewesen – wie der selbst zugibt. Ihre Familie gibt dem Premier eine Mitschuld an ihrem Tod. 

Doch die Liste derer, die Galizia bei ihren Recherchen im Visier hatte, ist lang. Nicht nur Mitglieder der regierenden Labour-Partei gehörten dazu, auch Oppositionelle und Drogenbosse. Es gibt viele, die Enthüllungen über Briefkastenfirmen, Schwarzgeld, Korruption und Millionen starke Offshoregeschäfte fürchten müssen.

Keine Hinweise auf Täter

Fast drei Wochen nach dem Attentat, bei dem der Mietwagen der 53-Jährigen explodiert war, gibt es noch keine Hinweise auf Täter oder Auftraggeber. Gleich nach dem Mord waren ausländische Experten, unter anderem das FBI, in die Ermittlungen einbezogen worden – auch, um den Verdacht möglicher Vertuschung zu entkräften. 

Niederländische Forensiker obduzierten vor der Beisetzung die Reste des zerfetzten Körpers der Journalistin. Die zerstörte SIM-Karte ihres Mobiltelefons sei „geklont“ worden, berichteten maltesische Medien. Der Server mit den Blog-Inhalten und andere Daten wurden beschlagnahmt und sollen von ausländischen Spezialisten analysiert werden, schreibt die Onlineplattform Malta Independent. 

Der italienischen Zeitung „La Repubblica“ zufolge hatte Daphne Caruana Galizia zuletzt über Ölschmuggel recherchiert, in den libysche Milizen, maltesische Kriminelle und die italienische Mafia verwickelt sein sollen. In Sizilien wurden nur wenige Tage nach ihrem Tod neun Personen festgesetzt, die offenbar illegal Kraftstoff aus Tripolis über Malta nach Italien brachten. Mit ihren Untersuchungen könnte die Journalistin die Mafia gestört haben, so eine verbreitete Theorie. Dafür spricht, dass ihr Auto mit Semtex-Sprengstoff in die Luft gejagt wurde, den Mafiakiller häufig benutzen. 

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