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Dänemark Gratis-Urlaub für den Premier

Der dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen steht unter Korruptionsverdacht. Eine Woche lang hat er ein Ferienhaus im edlen Badeort Skagen gratis bewohnt.

Rasmussen
Rasmussen logierte eine Woche lang gratis im Ferienhaus eines „Fischereikönigs“. Foto: rtr

Man wird ja wohl noch einen „total harmlosen“ Geschenkgutschein zum 50. Geburtstag einlösen dürfen! Und warum solle er sich des „Fischerfreundes aus Thyborøn“ an der rauen Nordsee schämen? Dänemarks Regierungschef Lars Løkke Rasmussen hält die Rolle der lebensfroh volksnahen und grundlos verfolgten Unschuld ungerührt und populistisch textsicher durch. Indessen fragen sich immer mehr Bürger, ob sie sich in ihrem laut der NGO Transparency International am wenigsten korrupten Land der Welt am Ende einen korrupten Regierungschef leisten. Das hässliche Sprichwort „Der Fisch stinkt vom Kopf her“ kennen die Skandinavier eigentlich gar nicht.

„Etwas ist faul im Staate Dänemark“ aus „Hamlet“ wird dagegen auch in Kopenhagen wieder fleißig bemüht. Der Auslöser: Eine Woche hat Rasmussen als amtierender Premier mit Ehefrau Sólrun 2016 das Ferienhaus von Fischereiunternehmer John-Anker Hametner Larsen in Dänemarks edelstem Badeort Skagen mitten in der politischen Auseinandersetzung um lukrative Fischereiquoten gratis bewohnt. Larsen ist als einer der allseits so genannten Quotenkönige bekannt. Wie sehr diesem reichen Dänen die Fischereirechte am Herzen liegen, zeigt auch der Start seiner Beziehung zu Rasmussen. 2012 schrieb er dem zwischenzeitlich in die Opposition verbannten Politiker über Facebook, er müsse wegen fehlender Quoten zehn Mitarbeiter entlassen: „Lieber Lars, sprich mit mir!“ Zwei Stunden erbat er in dieser Stunde der Not, bekam aber keine Antwort.

Pornos abgerechnet

Das ändert sich postwendend, als Larsen für den „Løkkefond“, eine Wohltätigkeitsinitiative Rasmussens, Geld spendet und einsammelt. Jetzt hat er das Ohr des Politikers. Auch das dänische „tak“ ist ja wie das deutsche Äquivalent „danke“ nur ein Wort: Larsen überreicht zum 50. Geburtstag 2014 den ominösen Geschenkgutschein, Schätzwert umgerechnet 1200 Euro. Eingelöst wird er zwei Jahre später. So erzählt es jedenfalls der Beschenkte, für den diese zeitliche Abfolge juristisch lebenswichtig ist. Die Annahme des Geschenks als amtierender Regierungschef wäre ein glasklarer Regelverstoß gewesen.

Rasmussen hat in zwei Jahrzehnten als Berufspolitiker immer neue Skandale ausgelöst, weil er wie kein anderer die Neigung ausgelebt hat, persönliche Ausgaben um jeden Preis über die Staats-, oder ersatzweise die Parteikasse abzurechnen. Von Ferienreisen für Frau und Kinder bis hin zu kostenpflichtigen Pornos im Hotel sowie der kompletten Garderobe mit 9 Anzügen und 8 Paar Boxershorts reichte Rasmussen Quittungen ein und musste einige davon nach den Schlagzeilen kleinlaut wieder zurückziehen: „Leider sind meine Privatfinanzen nicht so robust, wie man sich das wünschen würde.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Dänemark

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