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CSU Söder und Seehofer in Eintracht

Für die CSU gehen Söder und Seehofer im Wahlkampf nochmal aufeinander zu.

Wahlkampf in Bayern
Sie schütteln sich die Hand, nur kurz, nicht herzlich: Söder und Seehofer. Foto: afp

Ein paar Tage sind es noch bis zur Entscheidung, da begibt sich Markus Söder zu Horst Seehofer nach Hause. Nicht ins Wohnzimmer, aber zumindest nach Ingolstadt. Das Stadttheater ist der Treffpunkt und wie sich herausstellt, passt das ganz gut.

Am Wochenende haben sich der Ministerpräsident und der Parteichef mal wieder bekriegt, zumindest hat es so ausgesehen. Söder hat gesagt, dass Berlin schuld sei an den schlechten Umfragewerte der CSU. Seehofer, der auch noch Bundesinnenminister ist und damit irgendwie auch Berlin, ließ wissen, für den Wahlkampf sei allein Söder verantwortlich. Eine Woche vor der Landtagswahl schien es, als suche da jeder die Schuld für ein möglicherweise schlechtes Ergebnis möglichst weit von sich wegzuschieben.

Und dann müssen beide miteinander ins Theater. Seehofer kommt und hat Harmonie in der Stimme: „Ich konnte da keinen Streit feststellen“, sagt er und dass er einen schönen Abend haben wolle. Mit Söder, soso.

Der hat sich auch einen Satz überlegt: „Ich kenne keine Partei, die so entschlossen und geschlossen auftritt“, sagt er bevor er hinein geht ins Gebäude. Würde passen zu den gerade noch 30-und-ein-paar-Prozent statt der gewohnten knapp 50. Drinnen im Theatersaal haben sich rund 400 Zuschauer versammelt. Sie haben bereits einen Stromausfall hinter sich und die Vorstellungsrunde einiger CSU-Leute. Es ist eine Wahlkampfveranstaltung der CSU, sie findet in geschütztem Raum statt. Kein Freiluftauftritt, da hat man im Bundestagswahlkampf unangenehme Erfahrungen mit trillerpfeifenden AfD- und Pegida-Leuten gemacht.

Ein Teil klatscht, ein Viertel steht auf

Als Seehofer und Söder kommen klatscht ein Teil des Saales, ein Viertel der Leute stehen auf. Manche suchen vor allem eine bessere Perspektive für ihr Handyfoto. Der Saal ist in blaues Licht getaucht, kurz betreten die beiden gemeinsam die Bühne. Zehn Monate ist es her, dass Söder Seehofer das Ministerpräsidentenamt abgetrotzt hat, nach jahrelangem Kampf. Manche in der CSU gehen davon aus, dass es nur noch wenige Tage sind, bis Seehofer auch den Parteivorsitz verlieren wird. Seehofer und Söder schütteln sich die Hand, nicht zu lange, nicht sehr herzlich, die Arme bleiben lang.

Dann ist Söder alleine auf der Bühne. „Danke Horst, die Presse ist da“, sagt er, als sei das Gezeter am Wochenende eine gute Inszenierung gewesen. Söder malt Bayern als Wirtschaftswunderland, in dem alle so gerne leben würden, dass sie wenigstens in Dirndl und Lederhosen aufs Oktoberfest pilgern. Er findet, man könne endlich mal „etwas stolzer sein, dass wir in diesem Deutschland, in diesen Zeiten leben“. Wenn mehr Parteien in den Landtag kämen, wenn die CSU nicht regiere, warnt Söder, dann könne es mit der Herrlichkeit vorbei sein. „Der Landtag wird nicht kultivierter werden. Es wird harte, scharfe Kämpfe geben.“ Man kommt nicht ohne weiteres auf die Idee, dass die Auseinandersetzungen in der Union und der Koalition der letzten Wochen und Monate besonders kultiviert und entspannt gewesen sein könnten.

Die CSU, die eine „Herrschaft des Unrechts“ in Deutschland beklagt, das war offenbar gestern. Negative Bilder zeichnen, so sagt Söder es nun, vor allem die Medien. Zerfall und Zersplitterung der Gesellschaft beklagt Söder und findet, es brauche jemand, der alles zusammenhalten könne. „Ideologen links, Populisten rechts, und dann sind wir da.“ In der Mitte, wer hätte etwas anderes gedacht?

Und nach der Pflegepolitik, die er als wichtig entdeckt hat und mit dem Sterben seiner Eltern illustriert, ist Söder dann bei der Wissenschaftsförderung. Auch wichtig, für die Entwicklung des Landes, für die Zukunft. Söder sagt: „Es geht nicht darum, irgendwen auf den Mond zu schießen. Wobei ich einige wüsste..“. Er macht eine bedeutungsvolle Pause.

„Ich war nicht gemeint“, versichert Seehofer 40 Minuten später. Da ist auch er am Ende seiner Rede angelangt. Er lacht dem Satz ein bisschen hinterher. Ein paar Tage noch, dann ist vielleicht wieder Theater angesagt in der CSU.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Landtagswahl Bayern

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