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CSU Bayerische Planspiele in Schwarz-Grün

Wegen der schlechten Umfragewerte muss sich die CSU nach einem Koalitionspartner umschauen. Von welcher Koalition könnte Bayern regiert werden?

Markus und Karin Söder
Die CSU steckt im Umfragetief, immer weniger Menschen sind mit Ministerpräsident Söder zufrieden. Und seine Frau Karin? Fährt fröhlich mit ihm Karussell. Foto: dpa

Dass der ewige Überlebenskünstler Seehofer im Fall eines Absturzes der CSU bei der Landtagswahl als Parteichef weichen muss, gilt vielen als ausgemacht – er selbst dürfte es anders sehen. Und: Was passiert, wenn das Ergebnis immer noch schlechter wird? Kann Söder – der in der CSU ein starkes Netzwerk hat – sich auch bei 37 Prozent halten? Oder bräuchte er zumindest 39, 40 Prozent? Bei der letzten großen CSU-Schlappe 2008 stürzten Ministerpräsident Günther Beckstein und Parteichef Erwin Huber von 60,7 auf 43,4 Prozent. Ihre Karrieren waren am Ende.

Damals musste die CSU in Bayern erstmals seit 1966 wieder eine Koalition bilden. Bündnispartner war die FDP. Auch diesmal wäre sie für die CSU – wenn die absolute Mehrheit schon verloren geht – der Wunschpartner. Doch beide Parteien sind laut Umfragen zu schwach, als dass es ohne weiteres für Schwarz-Gelb reichen würde.

Was rettet die SPD in Bayern?

Von welcher Koalition könnte Bayern regiert werden? Aus CSU-Sicht darf rechts neben der eigenen Partei kein Platz sein – eine Koalition mit der AfD ist also tabu. Die Freien Wähler – ein bayerisches Phänomen – sind der CSU zu aufmüpfig. Abgesehen davon reicht es nach derzeitigem Stand auch mit denen nicht für ein Zweierbündnis. Also eine Dreierkoalition aus CSU, FDP und Freien Wählern? Die CSU muss sich ja erst mal wieder an die Machtteilung gewöhnen.

Genug Gewicht brächten die Grünen mit, die sich im Land und im Bund im Umfragehoch befinden. CSU und Grüne gemeinsam, die Antipoden in der Flüchtlingspolitik – ist das vorstellbar? Söder zumindest hat zuletzt eifrig über „nachhaltiges und sensibles Wachstum“ sowie „Vorzeigeprojekte für einen sanften und umweltbewussten Natur-Tourismus“ getwittert.

Und wie sehen das die Grünen? „Wir haben als Grüne immer deutlich gemacht, dass wir mit allen demokratischen Parteien Gespräche führen. Aber auch, dass wir klare rote Linien haben“, sagte die Bundeschefin der Partei, Annalena Baerbock, der FR. „Deswegen gilt mit Blick auf Herrn Söder: Wir können gerne über ein ökologisches, weltoffenes und gerechtes Bayern sprechen, aber nicht über eine autoritäre und eine antieuropäische Politik.“ Baerbock schlussfolgert: „Mit diesem Herrn Söder und dieser CSU wird es so keine Gespräche geben können.“ Das klingt strikt. Es heißt aber in Wirklichkeit: Da kann etwas gehen – wenn die CSU sich anders gibt.

Und was ist mit der SPD? Spitzenkandidatin Natascha Kohnen will keine Koalitionsaussage machen – und legt sich auch lieber nicht auf ein Prozentziel für die Wahl fest. Kein Wunder: Die als sympathisch geltende Kohnen dringt zwischen der lauten CSU und den eindeutig Gegenposition beziehenden Grünen nicht durch. Der SPD droht Platz vier, noch hinter der AfD.

„Mit Gejodel wär’ ich populär“ – mit diesem Lied wurde die bayerische SPD-Chefin beim beliebten Singspiel auf dem Nockherberg parodiert. Doch auch das könnte die SPD in Bayern kaum retten. Die roten Figuren stehen unbemerkt am Spielfeldrand.

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