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CSU Bayerische Planspiele in Schwarz-Grün

Wegen der schlechten Umfragewerte muss sich die CSU nach einem Koalitionspartner umschauen. Von welcher Koalition könnte Bayern regiert werden?

Markus und Karin Söder
Die CSU steckt im Umfragetief, immer weniger Menschen sind mit Ministerpräsident Söder zufrieden. Und seine Frau Karin? Fährt fröhlich mit ihm Karussell. Foto: dpa

Mensch ärgere dich nicht“, das beliebte Brettspiel, geht in der gesamten Bundesrepublik so: Die Spieler würfeln abwechselnd – und mal wirft eine schwarze Figur eine grüne raus, mal eine gelbe eine rote – oder umgekehrt. Der Sieger bleibt dem Zufall überlassen.

Stellt man sich die bayerische Landespolitik einmal als eine Partie „Mensch ärgere dich nicht“ vor, dann ist klar: In den vergangenen Jahrzehnten wurde hier nach ganz eigenen Regeln gespielt. Mit Vorrücken waren meist nur die schwarzen Figuren, also die CSU-Vertreter, dran. Während Rot, Grün und Gelb nicht vom Fleck kamen, schmissen sich die schwarzen Figuren dafür schon mal gegenseitig vom Feld. Sonst wäre da ja auch gar keine Spannung mehr gewesen.

Markus Söder schaltet einen Gang zurück

Diesmal ist alles anders im bayerischen Wahl- und Gesellschaftsspiel: Wenn am 14. Oktober gewählt wird, droht der CSU eine historische Schlappe. Sie ist in Umfragen bis auf 37 Prozent runtergerutscht.

Wen juckt es im Rest des Landes schon, wenn Bayern – wie alle 15 anderen Bundesländer auch – künftig nicht mehr allein von der CSU, sondern von einer Koalition regiert wird? Im Prinzip niemanden. Doch die Wochen vor der Sommerpause im Bundestag haben gezeigt, was eine nervöse CSU für die Bundespolitik bedeutet.

Die CSU brachte die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU an den Rand des Zusammenbruchs. Damit stand auch die gesamte große Koalition von Union und SPD am Abgrund. Am Ende setzte die CSU durch, dass künftig an drei bayerischen Grenzübergängen zu Österreich je etwa fünf Flüchtlinge täglich in einem Transitverfahren relativ schnell zurück in andere Länder gebracht werden können – falls bilaterale Vereinbarungen vorliegen.

Die Bundesregierung kann nur so stabil sein, wie sich die CSU in Bayern fühlt. In der Flüchtlingspolitik wurde Seehofer vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder getrieben, bis ans Äußerste zu gehen – weil Söder hoffte, der AfD in Bayern auf diese Weise das Wasser abgraben zu können. Das ist misslungen. Söder hat jetzt einen Gang zurückgeschaltet. Er baut für den Wahlabend schon mal vor: Es gebe keinen Rückenwind aus Berlin, verbreitet er. Schuld soll also allein CSU-Chef Seehofer haben.

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