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Christentreffen Katholikentag in Münster beginnt

Die Sorge um den Frieden ist das zentrale Thema des großen Christentreffens in der Bischofsstadt. Aber auch Markus Söder hat eine Debatte angestoßen.

Katholikentag
Gut einen Monat nach dem Amoklauf sieht sich Münster gewappnet für eine Großveranstaltung wie den Katholikentag. Foto: epd

Von einer Minute auf die andere war er fort, der Friede in Münster, als vor einem Monat, am 7. April, ein Kleinlaster in eine Außengastronomie raste. Die Stadt, die in dieser Woche Gastgeber des Deutschen Katholikentags unter dem Motto „Suche Frieden“ ist, musste sich nach der mörderischen Fahrt eines Einzelnen erst einmal selber wieder finden. Das sei ihr gelungen, sagt Klaus Winterkamp, der für das Bistum Münster als Cheforganisator des Katholikentags fungiert. „Die dunklen Wolken sind weg, das Leben ist zurück, und selbst am Ort des Amoklaufs sitzen die Menschen wieder im Café und genießen den Frühling.“

Es herrsche vor dem Christentreffen mit 40 000 Dauerteilnehmern – deutlich mehr als in Leipzig 2016 und Regensburg 2014 mit je 30 000 – auch keine gesteigerte Nervosität oder Besorgnis mehr, sagt Winterkamp. „Wir haben das Schutzkonzept noch einmal überprüft und keine Lücken ausgemacht.“ Doch auch dem Geistlichen ist klar: Eine absolute Sicherheit gibt es nicht.

Passend zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren und an den Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges vor 400 Jahren ist die Sorge um den Frieden – bei insgesamt 1000 Veranstaltungen – das zentrale Thema. „Alles, was die Herzen und Köpfe nicht nur der katholischen Menschen im Jahr 2018 bewegt, steht auf dem Programm“, sagt Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Dass der Laien-Dachverband „zur Zukunftsgestaltung in Kirche und Gesellschaft beitragen“ will – nun, das gehört so sehr zur Katholikentagsrhetorik, dass es sich darüber eigentlich erst im Lichte dessen zu sprechen lohnt, was in Münster passieren wird.

In einem „Münsteraner Manifest“ aus der Stadt des Westfälischen Friedens wollen die Katholiken ihre Überzeugung bekräftigen, dass es „keine Gewalt im Namen Gottes“ geben dürfe. Zugleich setzen sie sich ab von Nationalismus und Egoismus, Ausgrenzung, Verleumdung und Hetze.

Dass trotzdem erstmals ein Vertreter der AfD auf einem Katholikentagspodium Platz nehmen darf, hat im Vorfeld heftigen Widerstand ausgelöst unter anderem bei den katholischen Jugendverbänden. Die Katholikentagsleitung verteidigt die Einladung an den kirchenpolitischen Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, als „demokratische Notwendigkeit“. Es sei „höchste Zeit, in eine neue Phase der politischen Auseinandersetzung einzutreten“, nämlich den aktiven und persönlichen Streit mit den Demokratieverächtern der AfD und deren Frustwählern. Vor zwei Jahren, in Leipzig, verweigerten die Verantwortlichen der AfD noch ein Forum für „Hetze gegen Andersdenkende“.

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