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Christen bedroht Bekennerschreiben aus Irak sät neue Angst

In der Nacht zum Montag waren bei einer Geiselnahme in einer katholischen Kirche in Bagdad 50 Christen und fünf Geiselnehmer umgekommen. Eine irakische Al-Kaida-Gruppe hat nun den Christen weitere Angriffe angedroht.

03.11.2010 20:31
Die von Kugeln durchsiebte Tür der gestürmten Kirche in Bagdad. Foto: AFP

Eine irakische Al-Kaida-Gruppe hat Christen weitere Angriffe angedroht. In der Nacht zum Montag waren bei einer Geiselnahme in einer katholischen Kirche in Bagdad 50 Christen und fünf Geiselnehmer umgekommen. Die Geiselnehmer hatten die „Freilassung“ von ehemaligen Christinnen verlangt, die zum Islam konvertiert seien und jetzt von der koptisch-orthodoxen Kirche festgehalten würden. Am Mittwoch tauchte auf islamistischen Websites ein Bekennerschreiben im Namen des „Kriegsministeriums“ des sogenannten „Islamischen Staates im Irak“? des lokalen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida ? auf.

Darin hieß es, da die Frauen nicht freigelassen worden seien, betrachte man nun alle christlichen Organisationen, alle Kirchenangehörigen und auch die Gläubigen als „legitime Angriffsziele für die Gotteskrieger“. In Ägypten wurden zusätzliche Polizisten zum Schutz der Kirchen aufgeboten. Derweil wurden 15 der 46 ermordeten Christen in Bagdad unter großer öffentlicher Anteilnahme beigesetzt. Der chaldäische Patriarch, Kardinal Emmanuel Delly, sagte, die Christen würden „bleiben, um Hand in Hand mit unseren muslimischen Brüdern den Namen des Iraks hochzuhalten“.

Am Dienstagabend waren in vornehmlich von Schiiten bewohnten Stadtteilen Bagdads 15 Autobomben und fünf kleinere Sprengsätze explodiert. Dabei starben nach offiziellen Angaben mindestens 64 Menschen, 360 wurden verletzt. Einige irakische Beobachter zweifelten die offiziellen Zahlen an und sprachen von mindestens 100 Toten. ( kna/rtr)

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