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Chinas Stützpunkt Peking errichtet Militärbasis in Dschibuti

In dem ostafrikanischen Kleinstaat wird es langsam eng: China will die erste Militärbasis außerhalb der Volksrepublik in Dschibuti errichten, wo sich schon amerikanische und französische Soldaten tummeln.

Der Kleinstaat Dschibuti hat knapp 800.000 Einwohner. Foto: dpa

In dem strategisch perfekt zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden gelegenen Kleinstaat Dschibuti wird es eng. Nach den Franzosen, die das Land von der halben Größe der Schweiz einst als Kolonialmacht beherrschten, und den USA, die dort ihre einzige Militärbasis auf afrikanischem Boden unterhalten, will nun auch China den Küstenstaat als Stützpunkt nutzen – es wird die erste chinesische Militärbasis außerhalb der Volksrepublik sein.

Mit der Regierung des ostafrikanischen Kleinstaats sei bereits ein Stationierungsabkommen unterzeichnet worden, gab Chinas Präsident Xi Jinping kürzlich bekannt. Offiziell wird der Bau der Basis mit dem Antipiraten-Einsatz der chinesischen Marine zum Schutz der dortigen Gewässer begründet. Experten sehen in dem Schritt jedoch die Geltendmachung eines militärischen Einflusses Chinas auf Afrika, den Nahen Osten und die arabische Halbinsel. Der chinesische Stützpunkt wird auch über einen Flugplatz verfügen.

Während ein ähnliches Ersuchen Russlands am Widerstand der US-Regierung gescheitert ist, hat Washington gegen die chinesische Konkurrenz offenbar nichts auszusetzen. In ihrem Camp Lemonnier haben die US-Streitkräfte mehr als 4000 Soldaten stationiert: Sie sind sowohl mit Drohnenflügen über Somalia und dem Jemen sowie mit verschiedenen Seeoperationen beschäftigt. Derzeit wird das US-Camp mit 1,4 Milliarden Dollar noch weiter ausgebaut. Frankreich unterhielt in Dschibuti lange den größten seiner afrikanischen Stützpunkte, bis die Zahl der dort stationierten Soldaten wegen des Militäreinsatzes in Mali und der Zentralafrikanischen Republik von rund 4000 auf weniger als 1500 heruntergefahren wurde. Der Kleinstaat selbst hat knapp 800 000 Einwohner.

China hofiert Dschibuti schon seit mehreren Jahren mit Infrastrukturprojekten. Das Land der Mitte hat Milliarden in den Ausbau der Eisenbahn nach Äthiopien und in Straßenprojekte investiert. Entlang des Indischen Ozeans werden derzeit mehrere Häfen von China ausgebaut: Die sogenannte Perlenkette soll Chinas Ansprüche als entstehende Großmacht unterstreichen.

Der bevölkerungsreichste Staat der Welt unterhält mit 2,2 Millionen aktiven Soldaten die größte Streitmacht der Welt. Als sein Militärbudget gibt China 136 Milliarden Euro an – Experten schätzen es jedoch deutlich höher ein. Der Militärhaushalt der USA beträgt 570 Milliarden Euro.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier China

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