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Chemnitz Nach Angriffen: Journalisten fordern besseren Schutz

Zahlreiche Journalisten wurden in den vergangenen Tagen in Chemnitz Opfer von Gewalt. In der Kritik steht auch die Polizei.

03.09.2018 13:00
Sachsengespraech
Demonstration in Chemnitz Foto: epd-bild/Wolfgang Schmidt

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert, Gewalt gegen Journalisten bei den rechtsgerichteten Demonstrationen in Chemnitz „strikt zu unterbinden“. Die Einsatzkräfte vor Ort müssten „Gewaltexzesse gegen Berichterstatter, wie wir sie am Samstag in Chemnitz erleben mussten“ verhindern, forderte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall am Montag in Berlin.

Am Wochenende hatten Reporter und Kamerateams des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), der Nachrichtenportale „T-Online“ und „Buzzfeed“ ebenso wie Journalisten der „Zeit“ und des Magazins „Stern TV“ von Angriffen berichtet. Einige der Täter wurden nach Angaben der sächsischen Polizei von den Journalisten angezeigt.

Weitere Angriffe durch Rechtsextreme befürchtet

Florian Harms, Chefredakteur von „T-Online“, kritisierte die Polizei. „Gezielte Angriffe auf Journalisten, die von einer offenkundig überforderten Polizei nicht verhindert werden: Das ist heute bittere Realität in Deutschland“, schrieb er am Sonntag auf dem Nachrichtenportal. Auch „Buzzfeed“-Chefredakteur Daniel Drepper kritisierte die Polizei via Twitter: „Wenn Journalistinnen nicht von Demonstrationen berichten können, ohne dass sie Angst um ihre körperliche Unversehrtheit haben müssen, dann hat die Polizei hier - erneut - versagt.“

Der DJV Sachsen verurteilte die Attacken ebenfalls scharf: „Für uns sind es Angriffe auf Menschen, die ihren Job machen, Angriffe auf Meinungs- und Pressefreiheit!“, twitterte die sächsische Journalistengewerkschaft. Auf seiner Webseite forderte der DJV Journalisten dazu auf, Anzeige zu erstatten.

Auch für Montag befürchtet der Verband weitere Angriffe auf die Berichterstatter. Als Reaktion auf die Ausschreitungen der zurückliegenden Tage wollten mehrere Bands in Chemnitz gegen Fremdenfeindlichkeit auftreten. Dabei wurden mehr als 10.000 Menschen erwartet. Überall sagte: „Wenn Rechtsextreme das Konzert gegen rechts stören wollen, stehen Journalisten besonders im Fokus.“ Die Polizei müsse das berücksichtigen und sich im Vorhinein darauf einstellen. (epd)

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