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Charlottesville Trump distanziert sich nur halbherzig von seinen Fans

3. Update Bei einem Aufmarsch von Rassisten in Charlottesville rast ein Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten, eine Frau stirbt. Die Reaktion von Donald Trump sorgt für Empörung.

12.08.2017 20:26
Charlottesville
White Supremacy- Anhänger in Charlottesville: „Dafür haben wir ihn gewählt, weil er uns unser Land zurückgeben will.“ Foto: rtr

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Rechtsextremen und Gegendemonstranten in der US-Stadt Charlottesville ist am Samstag nach Polizeiangaben mindestens eine Frau getötet worden. 

Beim Absturz eines Polizeihubschraubers in der Nähe kamen zwei weitere Menschen ums Leben, wie die Luftfahrtbehörden mitteilten. Ob der Absturz mit den Unruhen zusammenhängt, war jedoch zunächst nicht klar. 

30 Menschen seien bei den Auseinandersetzungen verletzt worden, teilte die Polizei weiter mit. Der Gouverneur des Bundesstaates Virginia, Terry McAuliffe, machte Neo-Nazis für die Gewalt verantwortlich. Er rief den Ausnahmezustand über die Stadt aus. US-Präsident Donald Trump rief die Amerikaner zur Einigkeit auf.

In der Innenstadt von Charlottesville prügelten sich Hunderte Menschen, die zum Teil Symbole von weißen Nationalisten trugen, mit einer ähnlichen Zahl von Gegendemonstranten. Mitglieder beider Gruppierungen trugen Helme und Schutzanzüge, einige schwenkten Holzpfosten. 

Die Rechtsextremen der „White Supremacy“-Bewegung protestieren gegen die geplante Entfernung einer Statue von General Robert E. Lee, der im amerikanischen Bürgerkrieg die Truppen der Konföderierten anführte.

Der frühere Ku-Klux-Klan-Anführer David Duke berief sich ausdrücklich auf Präsident Trump. „Wir erfüllen seine Versprechen“, sagte er. „Dafür haben wir ihn gewählt, weil er uns unser Land zurückgeben will.“ 

Auto rast in Gegendemonstranten 

Bei der Getöteten handele es sich um eine 32-jährige Frau, sagte der Polizeichef der Stadt, Al Thomas. Sie wurden mit einem Auto offenbar absichtlich überfahren.

  Als Verdächtigen hat die Polizei den 20-jährigen J.A. Fields Junior in Gewahrsam genommen. Er soll sein Auto vorsätzlich in eine Gruppe von Menschen gesteuert haben, die gegen die Kundgebung von rechtsextremen Gruppen in Charlottesville protestiert haben. 19 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Auf Videos war zu sehen, wie ein silberfarbenes Auto mit hohem Tempo in eine Gruppe von augenscheinlichen Gegendemonstranten fuhr. Dabei wurden Menschen durch die Luft geschleudert. Der Stadtrat ermächtigte am Abend den Polizeichef dazu, eine Ausgangssperre zu verhängen.

Gouverneur McAuliffe sagte vor Journalisten, er habe eine Botschaft an die Nazis: „Geht heim - Ihr seid nicht erwünscht in diesem großartigen Gemeinwesen.“ Trump sprach von einem „ungeheuerlichen Ausbruch von Hass, Fanatismus und Gewalt auf vielen Seiten.“ 

Auf die Zwischenfrage eines Journalisten, ob er sich deutlich genug gegen die weißen Nationalisten gestellt habe, reagierte Trump nicht. Prominenten Demokraten, Bürgerrechtlern und auch einigen Republikanern reichte das nicht. 

Es sei unentschuldbar, dass der Präsident die „white supremacy“-Bewegung nicht verurteilt habe. Anhänger der ultra-nationalistischen Alt-Right-Bewegung, haben sich seit dem Wahlsieg Trumps verstärkt in der Öffentlichkeit gezeigt.

Kritiker auch in Trumps Republikanischer Partei bemängelten, dass der Präsident eine klare Schuldzuweisung an die rechtsextremen Demonstranten vermieden habe. Es sei „sehr wichtig, dass der Präsident die Ereignisse in Charlottesville als das beschreibt, was sie sind: als Terroranschlag weißer Rassisten“, sagte der republikanische Senator Marco Rubio. (rtr/afp/kna) 

 

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