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CDU Wer wird Minister, wer fliegt raus?

Die CDU steht vor einem Generationswechsel. Ein Überblick über Nachwuchstalente, Minister-Kandidaten und ihre potentiellen Opfer.

Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel will neue Personen nach vorne holen. Foto: rtr

Manchmal sagt Angela Merkel Sätze, die einfach und komisch zugleich sind: „Ich bin auch ein alter Kopf“ ist so ein Satz. Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass Merkel das so formuliert hat. Ausgerechnet in Dresden war das, wo am Mittwoch ein älterer CDU-Kopf einem jüngeren Platz machte. 

Merkel war nicht zu Gast bei Stanislaw Tillich, sondern bei der Jungen Union, die dort ihr Bundestreffen abhielt. Und gleich der erste Fragesteller aus der CDU/CSU-Nachwuchstruppe hatte gefordert: „Schneiden Sie alte Zöpfe ab.“ Die CDU brauche eine „neue Truppe, damit Sie nicht in vier Jahren abtreten und wir dann dastehen“. Es war keine Rücktrittsforderung an Merkel. Die gab es auch, sie wurde aber niedergebuht.

Merkel antwortete, natürlich werde man neue Personen nach vorne holen. Aber sie ergänzte: „Der neue Kopf an sich ist noch keine Lösung des Problems.“ Es war zunächst unklar, ob die Kanzlerin da schon von Tillichs Rückzug wusste, der ihr angesichts von dessen mangelnder Strahlkraft gar nicht so unrecht sein wird. Es ist nun also ziemlich schnell ein alter Zopf abgeschnitten worden, und der 42-jährige Michael Kretschmer, der in der Union gerade noch für den Verlust seines Bundestagsmandats bedauert wurde, rückt qua Amt in die erste Reihe.

Ein anderer hat es da vor ein paar Monaten überraschend hin geschafft, sogar durch einen eigenen Wahlsieg: Der 44-jährige Daniel Günther übernahm in Schleswig-Holstein erst kurzfristig die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl, nachdem sein Vorgänger vorzeitig aufgegeben hatte. Dann verlor die SPD die Landtagswahl, Günther wurde Ministerpräsident. 

Im Bund wird es noch ein bisschen dauern, bis die Personalien klar sind: Denn die Minister- und Staatssekretärsposten werden traditionell erst zum Schluss der Koalitionsverhandlungen verteilt. Aber einer von den Alten hat schon Platz gemacht: Der bisherige Finanzminister Wolfgang Schäuble wird kommende Woche zum Bundestagspräsidenten gewählt werden. 

Und es kann gut sein, dass auch weitere aus der Riege der 50- bis 60-Jährigen CDU-Minister gehen müssen: der bisherige Gesundheitsminister Hermann Gröhe etwa oder auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der übrigens auch dem Landesverband Sachsen angehört, aber eben nicht neuer Ministerpräsident wurde. 

Der 37-jährige Finanzstaatssekretär Jens Spahn gilt als einer der aussichtsreichsten Anwärter auf einen Ministerposten. Es erhöht seine Chancen, dass er nicht nur von der Jungen Union, sondern auch vom Wirtschaftsflügel unterstützt wird.

Denkbar ist, dass Kanzlerin Merkel ihm das Gesundheitsministerium anbietet, das er sich eigentlich schon nach der letzten Wahl erhofft hatte. 

Auch die 44-jährige Vize-Parteichefin Julia Klöckner könnte wieder nach Berlin zurückkehren, nachdem sie zwei Mal vergeblich versucht hat, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz zu werden. Merkel hat schließlich auch versprochen, die Hälfte des künftigen Kabinetts mit Frauen zu besetzen – und dabei wird sie sich wohl nicht nur auf die anderen Parteien verlassen. Das wäre zu einfach. Und sehr komisch.

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