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CDU-Vorsitz Vorstellungsrunde bei der Frauenunion

Die Kandidaten für den CDU-Vorsitz stellen sich bei der Frauenunion vor – Annegret Kramp-Karrenbauer ist natürlicherweise im Vorteil.

Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn
Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn (v.l.) stellen sich bei der Frauenunion vor. Foto: afp

Annegret Kramp-Karrenbauer setzt sich an die Spitze. Sie kommt durch die Seitentür ins Foyer der CDU-Zentrale. Zwei große Männer bilden die Nachhut. Einer sehr hager, einer kräftiger, ein bisschen wie Personenschützer. Aber Friedrich Merz und Jens Spahn kommen dann auch noch mit auf die Bühne.

Die drei sind auf dem Weg zu einer Vorstandssitzung der Frauenunion. Es ist der erste gemeinsame Auftritt der drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz, deswegen gibt es vorher noch ein Pressestatement. In einem Monat wird der CDU-Parteitag entschieden haben, wer nach Angela Merkel die Parteiführung übernehmen soll. Dann wird nur noch einer oder eine der drei hier stehen, vor der blauen Rückwand. „Die Mitte“ steht seit Jahren groß darauf. Es war Merkels Motto. Mal sehen, ob auch das sich dann ändert.

In der Mitte steht nun Kramp-Karrenbauer, sie hat das erste Wort. Sie ist Vize-Vorsitzende der Frauenunion und die hat sich ohnehin bereits für sie ausgesprochen, und sich damit als eine der wenigen CDU-Vereinigungen bereits positioniert in diesem Wettbewerb. Die Junge Union, die bislang am ehesten Spahn zuneigte, ist von Merz’ Kandidatur überrascht worden und hat sich noch nicht positioniert. Der Gesundheitsminister liegt in dem Rennen derzeit abgeschlagen auf dem dritten Platz. Eigentlich, heißt es in der CDU, sei es nur noch ein Zweikampf zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer.

Aber erst mal lächeln sie alle drei sehr freundlich und der erste Unterschied wird auch gleich deutlich: „Lieber Friedrich, lieber Jens“, sagt Kramp-Karrenbauer als Erstes. „Liebe Annegret, lieber Herr Merz“, sagt Spahn, etwas später. Und dann Merz: „Liebe Mitbewerberinnen und Mitbewerber.“

Eine, die alle kennt. Einer der sich absetzt. Einer, der lieber allgemein bleibt oder sich Namen schlecht merken kann.

Kramp-Karrenbauer sagt: „Ohne Frauen ist kein Staat zu machen. Ohne Frauen ist keine Volkspartei zu machen.“ 50 Prozent Frauen gebe es in der Bevölkerung, nur 26 Prozent in der CDU und nur 20 Prozent in der Bundestagsfraktion. „Da ist viel Luft nach oben“, befindet sie. Und: „Gegen und ohne Frauen ist keine Wahl zu gewinnen.“

Bei den Kandidaten ist jeweils auch noch etwas Luft, zumindest scheinen sie das so zu sehen. Kramp-Karrenbauer hat in einem „FAZ“-Interview ein lebenslanges Einreiseverbot für straffällig gewordene Flüchtlinge ins Gespräch gebracht. Sie gilt bei ihren Gegnern als zu Merkel-nah.

Spahn hat selbst schon festgestellt, dass er ein Sympathieproblem hat. Vor dem Auftritt bei der Frauenunion sagt er, dass er sich ja viel um Pflegethemen kümmert und Gleichstellung wichtig findet.

Friedrich Merz hat der Kanzlerin extra telefonisch seinen Willen zur Zusammenarbeit versichert, nachdem die Spekulationen die Runde machten, seine Wahl bedeute auch einen Sturz der Kanzlerin. Auf der Bühne steht er links und nimmt den Vorwurf auf, zu lange weggewesen zu sein aus der Politik und betont, er sei ja zuvor 20 Jahre Abgeordneter gewesen.

In seinem Job habe er auch mitbekommen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine wichtige Sache sei. „Ohne Frauen geht es nicht“, sagt Merz. Es sei in Ordnung, dass die Politik der Wirtschaft da Vorschriften mache. „Aber es wäre besser, wenn die Politik da mit gutem Vorbild vorangeht.“ Kramp-Karrenbauer blickt nach vorne, mit einem ganz kleinen Lächeln im Mundwinkel.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Die CDU nach Merkel

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