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CDU-Vorsitz Friedrich Merz, der moderne Reaktionär

Wer mit dem radikalen Neoliberalismus von Friedrich Merz nichts am Hut hat, wird seine Aussagen als Drohung verstehen. Er ist ein Protagonist in der Entwicklung nach rechts. Der Kommentar.

Friedrich Merz
Friedrich Merz könnte in die Politik zurückkehren. Foto: dpa

Von „Aufbruch und Erneuerung“ hat Friedrich Merz am Mittwoch gesprochen, als er seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz präsentierte. Wer mit dem radikalen Neoliberalismus des Sauerländers nichts am Hut hat, wird das sofort als Drohung verstehen. Aber das ist nicht alles: Merz repräsentiert eine sehr spezielle Variante der immer noch vorherrschenden Ideologie. 

Der Wirtschafts-Anwalt, Multi-Lobbyist und Transatlantiker würde als Parteivorsitzender einerseits den Wirtschaftsflügel zur vorherrschenden Kraft bei den Christdemokraten machen, das stimmt. Er würde das mit der Aura des Modernisierers, des frischen Wind verströmenden, vermeintlichen Außenseiters verbinden. Aber andererseits dürfte er die Grenzenlosigkeit der Kapitalströme, für die er steht, durch das reaktionäre Versprechen der Geborgenheit in den Schutzräumen von Nation und Familie ergänzen.

Es ist erst dieses Gemisch, das Merz zu einem nicht zu unterschätzenden Protagonisten der Entwicklung nach rechts machen würde: Der Kapitalismus, für den er steht, hat mit Sozialstaat wenig zu tun. Die vom Schutz dieses Sozialstaats „befreiten“ Bürger dürfen sich stattdessen an der deutscher „Leitkultur“ wärmen. Bei aller Begeisterung, dass sich etwas bewegt, sollte niemand vergessen, wohin die Reise geht.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Die CDU nach Merkel

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