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Bundeswehr Sortiermaschine manipulierte Feldpost

Ende 2010 beschwerten sich Soldaten über geöffnete Feldpost. Die Staatsanwaltschaft ermittelte, fand aber keine Hinweise auf menschengemachte Manipulationen. Eine Sortiermaschine soll es gewesen sein.

12.07.2012 09:40
Ein Feldpostsack der Bundeswehr auf einem Kasernengelände in Pfungstadt. Foto: dpa

Die Ermittlungen zur sogenannten Feldpost-Affäre der Bundeswehr werden laut einem Pressebericht mangels Beweisen eingestellt. Nach mehr als 17-monatigen polizeilichen Ermittlungen werde das Verfahren gegen Unbekannt eingestellt, berichtete die Tageszeitung „Die Welt“ (Donnerstagausgabe). Die Staatsanwaltschaft gab demnach in einem 22-seitigen Einstellungsentwurf an, „sämtliche Möglichkeiten zur Aufklärung des Sachverhaltes“ würden als ausgeschöpft angesehen.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), hatte nach einer Afghanistanreise Ende 2010 von rund 30 Fällen berichtet, in denen sich Soldaten im Einsatz über manipulierte Feldpost beschwert hatten: Entweder waren Umschläge beschädigt, oder mitgeschickte Speichermedien fehlten. Damals war von systematischer Öffnung und Postkontrolle die Rede.

„EG Feldpost“ ermittelte

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt, in deren Zuständigkeitsgebiet die Feldpost-Leitstelle der Bundeswehr liegt, leitete umfangreiche Recherchen ein. Eine eigene Ermittlungsgruppe „EG Feldpost“ führte dem Zeitungsbericht zufolge mehr als 300 Gespräche mit Postabsendern und -empfängern. Umschläge wurden kriminaltechnisch untersucht, Transportkisten begutachtet, Umschlagplätze besichtigt.

Die Ermittlungen führten zu dem Ergebnis, dass die Beschädigungen und Verluste vermutlich auf eine Sortiermaschine der Deutschen Post AG beim Postzentrum 64 in Darmstadt zurückzuführen sind. Die Staatsanwaltschaft sehe hier eine der wahrscheinlichsten Ursachen für die Vorgänge. Da die Umschläge in der Sortiermaschine durch mehrere Walzen und Förderbänder geleitet werden, könne es sein, dass dickere Gegenstände wie USB-Sticks herausgepresst wurden und in die Maschine fielen.

(afp/dpa)

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