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Bundeswehr Jugendliche mit Abenteuer-Camp umworben

Die Bundeswehr wirbt mit einer Anzeige auf www.bravo.de um die Aufmerksamkeit potenzieller Soldaten. In einem Abenteuer-Lager für 16 bis 21-Jährige in den Bergen können Jugendliche "mit Hilfe der Gebirgsjäger" zeigen, wie sie die Höhen meistern. Oppositionspolitiker sind empört.

17.09.2012 19:09
So knallig bunt und fröhlich wie in der Anzeige ist das Leben in der Bundeswehr eher selten. Foto: FR

Die Nachwuchswerbung der Bundeswehr stößt auf Kritik: Politiker und Verbände wandten sich am Montag insbesondere gegen so genannte Abenteuer-Camps der Bundeswehr für 16- bis 21-Jährige, für die zusammen mit der Zeitschrift „Bravo“ geworben wird. Die Grünen-Politikerin Agnieszka Brugger erklärte, solche Mittel der Nachwuchswerbung seien „nicht akzeptabel“. Der Einsatz bei der Bundeswehr sei im Extremfall „lebensgefährlich und kein Abenteuer“. „Völlig unangebracht“ sei es zudem, mit der Kampagne auch Minderjährige anzusprechen.

Die Bundeswehr wirbt auf der „Bravo„-Homepage um Bewerber für die „BW-Adventure Camps“ auf Sardinien oder in den Alpen. Dort heißt es zum Beispiel: „Eine coole Berghütte der Bundeswehr ist extra und exklusiv für Euch reserviert - das klingt nach Party!“

Schutzpflicht des Staates verletzt

Das Kinderhilfswerk terre des hommes forderte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) auf, die „fragwürdige Kampagne“ zu stoppen. Die Werbung suggeriere, „dass es sich bei der Bundeswehr um einen Abenteuerausflug handelt“, sagte der Kinderrechtsexperte der Organisation, Ralf Willinger, der „Westfälischen Rundschau“ vom Dienstag. Er sieht die Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention und die besonderen Schutzpflichten des Staates gegenüber Kindern verletzt. Die Bundeswehr solle sich bei ihrer Nachwuchswerbung auf Erwachsene beschränken.

Die Opposition will nach dem Bericht der „Westfälischen Rundschau“, dass sich der Bundestag mit der Kampagne befasst. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, wandte sich in dem Blatt gegen „falschen Auswüchse“ in der Nachwuchsgewinnung. Der Linken-Abgeordnete Paul Schäfer hält demnach die Personalwerbung unter Minderjährigen für „rechtlich problematisch und moralisch unvertretbar“. (afp)

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