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Bundeswehr-Jubliäum Proteste beim Großen Zapfenstreich

Die Bundeswehr begeht ihren 60. Geburtstag mit einem Großen Zapfenstreich vor dem Reichstagsgebäude. Aber nicht alle sind in Feierlaune: Rund 200 Menschen demonstrieren gegen die Veranstaltung.

Großer Zapfenstreich vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. Foto: dpa

Mit einem Großen Zapfenstreich auf dem Platz der Republik vor dem Berliner Reichstagsgebäude hat ihren 60. Geburtstag gefeiert. Bundestagspräsident Norbert Lammert hob in seine Rede die weltweit einzigartige Konstruktion einer „Parlamentsarmee“ hervor. Als Lehre aus den unter deutscher Beteiligung begonnenen Weltkriegen des 20. Jahrhundert habe die Bundesrepublik dafür gesorgt, dass keine Regierung einen militärischen Einsatz anordnen könne, ohne zuvor die Volksvertreter zu befragen. Der Bundestagpräsident wies darauf hin, dass der Begriff „Bundeswehr“ eine Formulierung aus dem ersten deutschen Parlament von 1848 aufgreife.

Allein seit 1990 habe es 400 Anträge, 110 Gesetzentwürfe und 39 Regierungserklärungen mit dem Thema Bundeswehr, hob Lammert hervor. Dass unterstreiche die Bedeutung der Truppe für das Parlament. In den letzten Jahren seit die Bundeswehr vor allem bei Auslandseinsätzen hervorgetreten. Insgesamt 380 000 Soldaten hätten daran teilgenommen. 116 seien im Einsatz gestorben. Der größte aktuelle Einsatz aber finde im Inland statt. Rund 6000 Soldatinnen seien bei der Bewältigung der Flüchtlingskriege eingesetzt – mehr als doppelte so viele wie bei den aktuellen Auslandsmissionen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zitierte in ihrer Rede den jüngst gestorbenen Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der auch einmal Verteidigungsminister gewesen ist. Bei einem Gelöbnis von Rekruten hatte der frühere Weltkriegsoffizier versichert: „Ihr könnt Euch darauf verlassen: Dieser Staat wird Euch nicht missbrauchen“ – anders als es mit seiner Generation in der Wehrmacht geschehen sei.

Die Ministerin und der Bundestagspräsident würdigten auch die 25 Jahre der Bundeswehr als gesamtdeutsche Institution. Es sei eine „außergewöhnliche Leistung“, das Bundeswehr und Nationale Volksarmee so schnell hätten zusammenwachen können, sagte von der Leyen. Lammert sagte, es sei gelungen, die NVA „beinahe geräuschlos aufzulösen". Die Truppe habe die innere Einheit am schnellsten vollzogen und sei damit ein Vorbild für das ganze Land.

Der Große Zapfenstreich ist die höchste Form der Ehrenbezeugung der Bundeswehr. Mit Musik und Fackel werden hochrangige Politiker und Generäle geehrt. Zusätzlich zum üblichen Programm gibt es die Möglichkeit von Sonderwünschen. Verteidigungsministerin von der Leyen hatte das Stück „Celebrate the day“ von Herbert Grönemeyer ausgewählt.  Unter den rund 2500 Gästen der Feier waren auch  Bundespräsident Joachim Gauck und mehrere frühere Verteidigungsminister. Von der Leyens unmittelbarer Amtsvorgänger, der heutige Innenminister Thomas de Maizière nahm nicht an der Zeremonie teil. Gegen die Veranstaltung protestierten nach Angaben der Polizei etwa 200 Demonstranten.

Am 12. November 1955 hatte der damalige Verteidigungsminister Theodor Blank den ersten 101 Freiwilligen in der Bonner Ermekeil-Kaserne ihre Ernennungsurkunden überreicht. 200 Jahrzuvor war an diesem Tag der preußische Heeresreformer Gerhard von Scharnhorst geboren worden.

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